Fondssparplan starten ohne Vorkenntnisse

Fonds­spar­plan star­ten ohne Vor­kennt­nis­se

50 Euro im Monat sind kein gro­ßer Betrag — über vie­le Jah­re kön­nen sie aber den Ein­stieg in den Ver­mö­gens­auf­bau ermög­li­chen. Wer einen Fonds­spar­plan star­ten ohne Vor­kennt­nis­se möch­te, muss weder Bör­sen­kur­se täg­lich ver­fol­gen noch ein­zel­ne Akti­en aus­wäh­len. Ent­schei­dend ist, die weni­gen Grund­re­geln zu ver­ste­hen, ein güns­ti­ges Depot zu ver­glei­chen und eine Rate zu wäh­len, die auch bei uner­war­te­ten Aus­ga­ben rea­lis­tisch bleibt.

Ein Fonds­spar­plan ist kei­ne Garan­tie für Gewin­ne. Die Kur­se kön­nen schwan­ken, und Ver­lus­te sind ins­be­son­de­re bei kur­zen Lauf­zei­ten mög­lich. Als lang­fris­ti­ge Spar­form kann er den­noch eine prak­ti­sche Alter­na­ti­ve sein, wenn das Geld nicht kurz­fris­tig benö­tigt wird und Sie bewusst mit Markt­ri­si­ken umge­hen.

Was ein Fonds­spar­plan prak­tisch macht

Bei einem Fonds­spar­plan wird regel­mä­ßig ein fes­ter Betrag in einen Invest­ment­fonds oder ETF inves­tiert. Der Anbie­ter kauft dafür Fonds­an­tei­le, meist monat­lich zu einem fest­ge­leg­ten Aus­füh­rungs­ter­min. Statt ein­mal einen hohen Betrag anzu­le­gen, ver­tei­len Sie Ihre Ein­zah­lun­gen über vie­le Mona­te oder Jah­re.

Das hat einen ein­fa­chen Effekt: Bei nied­ri­gen Kur­sen kau­fen Sie für Ihre Spar­ra­te mehr Antei­le, bei hohen Kur­sen weni­ger. Die­ser Durch­schnitts­kos­ten­ef­fekt nimmt Ihnen nicht das Risi­ko von Kurs­ver­lus­ten ab. Er ver­hin­dert aber, dass der gesam­te Anla­ge­be­trag zu einem ein­zi­gen, mög­li­cher­wei­se ungüns­ti­gen Zeit­punkt inves­tiert wird.

Ein Fonds bün­delt vie­le Wert­pa­pie­re. Ein glo­bal aus­ge­rich­te­ter Akti­en-ETF kann bei­spiels­wei­se Antei­le an Hun­der­ten oder Tau­sen­den Unter­neh­men ent­hal­ten. Dadurch sind Sie weni­ger abhän­gig davon, wie sich ein ein­zel­nes Unter­neh­men ent­wi­ckelt. Den­noch bleibt das Risi­ko des jewei­li­gen Mark­tes bestehen: Fällt der glo­ba­le Akti­en­markt, kann auch ein breit gestreu­ter Fonds deut­lich nach­ge­ben.

Für Anfän­ger ist vor allem der Unter­schied zwi­schen Akti­en­fonds und siche­ren Spar­for­men rele­vant. Tages- und Fest­geld bie­ten in der Regel mehr Plan­bar­keit, wäh­rend Fonds lang­fris­tig höhe­re Ren­di­te­chan­cen bie­ten kön­nen, aber im Wert schwan­ken. Geld für die Miet­kau­ti­on, eine bal­di­ge Auto­re­pa­ra­tur oder einen geplan­ten Umzug gehört des­halb nor­ma­ler­wei­se nicht in einen Akti­en­fonds.

Fonds­spar­plan star­ten ohne Vor­kennt­nis­se: die Vor­be­rei­tung

Bevor Sie ein Depot eröff­nen, klä­ren Sie drei Punk­te: Ihren finan­zi­el­len Puf­fer, Ihr Spar­ziel und Ihren Anla­ge­ho­ri­zont. Die­se Rei­hen­fol­ge schützt davor, einen Spar­plan zu star­ten und ihn bei der ers­ten unge­plan­ten Rech­nung wie­der auf­lö­sen zu müs­sen.

Erst den Not­gro­schen, dann die Spar­ra­te

Ein Tages­geld­kon­to eig­net sich häu­fig für eine kurz­fris­tig ver­füg­ba­re Reser­ve. Wie hoch die­se sein soll­te, hängt von Ein­kom­men, Fix­kos­ten und per­sön­li­cher Situa­ti­on ab. Wer allein lebt, ein schwan­ken­des Ein­kom­men hat oder hohe regel­mä­ßi­ge Ver­pflich­tun­gen trägt, benö­tigt meist mehr Reser­ve als jemand mit siche­rem Ein­kom­men und gerin­gen Aus­ga­ben.

Erst wenn die­ser Puf­fer steht, legen Sie die Spar­ra­te fest. Für den Ein­stieg kön­nen bereits 25 oder 50 Euro monat­lich sinn­voll sein. Eine dau­er­haft durch­ge­hal­te­ne Rate ist bes­ser als ein zu hoher Betrag, der nach drei Mona­ten wie­der gestri­chen wird. Prü­fen Sie auch, ob der gewähl­te Anbie­ter Min­destra­ten ver­langt.

Das Ziel gibt die Rich­tung vor

For­mu­lie­ren Sie Ihr Ziel kon­kret. Geht es um Alters­vor­sor­ge in 25 Jah­ren, um Eigen­ka­pi­tal in 15 Jah­ren oder um all­ge­mei­nes Ver­mö­gens­wachs­tum ohne fes­tes Datum? Je län­ger das Geld inves­tiert blei­ben kann, des­to eher las­sen sich zwi­schen­zeit­li­che Kurs­schwan­kun­gen aus­sit­zen.

Bei einem Anla­ge­ho­ri­zont von nur weni­gen Jah­ren ist ein hoher Akti­en­an­teil oft weni­ger pas­send. Müs­sen Sie genau dann ver­kau­fen, wenn die Märk­te schwach ste­hen, kann aus einer vor­über­ge­hen­den Schwan­kung ein tat­säch­li­cher Ver­lust wer­den. Für kurz­fris­ti­ge Zie­le sind siche­re Anla­ge­for­men meist bes­ser kal­ku­lier­bar.

Depot und Spar­plan­an­ge­bot ver­glei­chen

Für den Fonds­spar­plan benö­ti­gen Sie ein Wert­pa­pier­de­pot. Beim Depot­ver­gleich zäh­len nicht nur mög­li­che Neu­kun­den­ak­tio­nen, son­dern die lau­fen­den Kon­di­tio­nen. Ach­ten Sie ins­be­son­de­re dar­auf, wel­che ETFs und Fonds als Spar­plan ver­füg­bar sind, ob für die Aus­füh­rung Gebüh­ren anfal­len und ab wel­cher Rate Sie inves­tie­ren kön­nen.

Auch die Aus­wahl ver­dient einen Blick. Ein güns­ti­ges Depot hilft wenig, wenn der gewünsch­te Fonds dort nicht bespar­bar ist. Prü­fen Sie zudem, ob Spar­ra­ten fle­xi­bel geän­dert, pau­siert oder been­det wer­den kön­nen. Die­se Funk­tio­nen sind prak­tisch, wenn sich Ihr Ein­kom­men, Ihre Eltern­zeit oder Ihre Aus­ga­ben ver­än­dern.

Den pas­sen­den Fonds aus­wäh­len

Anfän­ger ste­hen häu­fig vor einer lan­gen Pro­dukt­lis­te. Das muss nicht kom­pli­ziert sein. Statt Trends oder kurz­fris­ti­gen Ren­di­te­lis­ten hin­ter­her­zu­lau­fen, hel­fen kla­re Aus­wahl­kri­te­ri­en.

Ein welt­weit streu­en­der Akti­en-ETF ist für vie­le lang­fris­tig ori­en­tier­te Spa­rer eine nahe­lie­gen­de Lösung. Er bil­det einen Index nach und inves­tiert auto­ma­ti­siert in vie­le Unter­neh­men und Län­der. Akti­ve Fonds wer­den dage­gen von einem Manage­ment gesteu­ert, das ver­sucht, den Markt durch Aus­wahl­ent­schei­dun­gen zu schla­gen. Das kann gelin­gen, ver­ur­sacht aber häu­fig höhe­re lau­fen­de Kos­ten und ist kei­ne Garan­tie für eine bes­se­re Ren­di­te.

Bei der Aus­wahl soll­ten Sie die­se Punk­te zusam­men betrach­ten:

  • Streu­ung: Ein Fonds soll­te nicht nur auf ein­zel­ne Län­der, Bran­chen oder weni­ge Unter­neh­men set­zen, wenn Sie breit inves­tie­ren möch­ten.
  • Lau­fen­de Kos­ten: Die Gesamt­kos­ten­quo­te, häu­fig als TER aus­ge­wie­sen, redu­ziert die Ren­di­te Jahr für Jahr. Klei­ne Unter­schie­de kön­nen über lan­ge Lauf­zei­ten spür­bar wer­den.
  • Aus­schüt­tend oder the­sau­ri­e­rend: Aus­schüt­ten­de Fonds zah­len Erträ­ge aus. The­sau­ri­e­ren­de Fonds legen Erträ­ge auto­ma­tisch wie­der an. Für den lang­fris­ti­gen Ver­mö­gens­auf­bau ist das auto­ma­ti­sche Wie­der­an­le­gen oft bequem.
  • Fonds­vo­lu­men und Anbie­ter: Ein aus­rei­chend gro­ßes Fonds­vo­lu­men und ein eta­blier­ter Anbie­ter kön­nen Hin­wei­se auf eine sta­bi­le Pro­dukt­struk­tur sein, erset­zen aber kei­ne eige­ne Prü­fung.

Ein spe­zi­el­ler Technologie‑, Nach­hal­tig­keits- oder Divi­den­den­fonds kann inter­es­sant sein, ist als ein­zi­ger Bau­stein aber oft kon­zen­trier­ter als erwar­tet. Wer ohne Vor­kennt­nis­se beginnt, fährt mit einer brei­ten Basis meist ein­fa­cher als mit meh­re­ren the­ma­ti­schen Wet­ten.

So rich­ten Sie den Spar­plan ein

Nach der Depoter­öff­nung wäh­len Sie den Fonds oder ETF, die monat­li­che Rate und den Aus­füh­rungs­ter­min. Vie­le Anbie­ter erlau­ben auch zwei­mo­nat­li­che oder vier­tel­jähr­li­che Aus­füh­run­gen. Monat­lich passt für die meis­ten Berufs­tä­ti­gen gut zum Gehalts­ein­gang und macht den Ver­mö­gens­auf­bau plan­bar.

Ein Last­schrift­ver­fah­ren sorgt dafür, dass die Rate auto­ma­tisch vom Refe­renz­kon­to ein­ge­zo­gen wird. Stel­len Sie den Ter­min so ein, dass Ihr Kon­to gedeckt ist. Eine Dau­er­über­wei­sung oder ein Ver­rech­nungs­kon­to kön­nen eben­falls sinn­voll sein, je nach Depot­an­bie­ter.

Danach gilt: Nicht jede Kurs­be­we­gung ver­langt eine Reak­ti­on. Ein Spar­plan funk­tio­niert vor allem durch Regel­mä­ßig­keit und Zeit. Kon­trol­lie­ren Sie ihn etwa ein­mal im Jahr oder bei grö­ße­ren Ver­än­de­run­gen Ihrer Lebens­si­tua­ti­on. Steigt Ihr Ein­kom­men, kön­nen Sie die Rate erhö­hen. Wer­den die Aus­ga­ben vor­über­ge­hend höher, ist eine Pau­se meist bes­ser als ein über­stürz­ter Ver­kauf.

Kos­ten, Steu­ern und Risi­ken nicht aus­blen­den

Neben der TER kön­nen Aus­füh­rungs­ge­büh­ren, Order­kos­ten beim Ver­kauf und gege­be­nen­falls Kos­ten für die Depot­füh­rung anfal­len. Ver­glei­chen Sie die Gesamt­kos­ten über Ihre geplan­te Lauf­zeit. Ein kos­ten­lo­ser Spar­plan ist attrak­tiv, aber nur dann, wenn auch Fonds­an­ge­bot, Ser­vice und Fle­xi­bi­li­tät zu Ihrem Vor­ha­ben pas­sen.

Auf Kapi­tal­erträ­ge fal­len in Deutsch­land grund­sätz­lich Abgel­tung­s­teu­er, Soli­da­ri­täts­zu­schlag und gege­be­nen­falls Kir­chen­steu­er an. Mit einem Frei­stel­lungs­auf­trag kön­nen Sie Ihren jähr­li­chen Spa­rer-Pausch­be­trag beim Depot­an­bie­ter berück­sich­ti­gen las­sen. Bei Fonds kön­nen außer­dem Beson­der­hei­ten wie Teil­frei­stel­lun­gen und die Vor­ab­pau­scha­le eine Rol­le spie­len. Der Anbie­ter führt Steu­ern bei einem deut­schen Depot in der Regel auto­ma­tisch ab, den­noch soll­ten Sie Abrech­nun­gen und Steu­er­be­schei­ni­gun­gen auf­be­wah­ren.

Das zen­tra­le Risi­ko bleibt die Wert­ent­wick­lung. Auch ein welt­weit gestreu­ter Akti­en­fonds kann über Mona­te oder Jah­re im Minus lie­gen. Ver­kau­fen Sie in einer sol­chen Pha­se aus Angst, rea­li­sie­ren Sie mög­li­che Ver­lus­te. Des­halb soll­ten Sie nur Geld inves­tie­ren, das lang­fris­tig ent­behr­lich ist, und die gewähl­te Stra­te­gie vor dem Start nach­voll­zie­hen kön­nen.

Mit klei­nen Schrit­ten kon­se­quent anfan­gen

Sie müs­sen nicht den per­fek­ten Fonds für die nächs­ten 30 Jah­re fin­den. Ein nach­voll­zieh­ba­rer, breit gestreu­ter Spar­plan mit pas­sen­der Rate ist für vie­le Ein­stei­ger sinn­vol­ler als lan­ges Abwar­ten oder häu­fi­ge Wech­sel. Ver­glei­chen Sie Depot­kon­di­tio­nen, prü­fen Sie Kos­ten und Aus­wahl, und star­ten Sie mit einem Betrag, der zu Ihrem All­tag passt. Der wich­tigs­te Vor­teil eines Spar­plans ent­steht nicht durch hek­ti­sche Ent­schei­dun­gen, son­dern dadurch, dass Sie Ihren Plan auch in unru­hi­gen Markt­pha­sen wei­ter­füh­ren kön­nen.