Kreditwürdigkeit verbessern vor Kreditantrag

Kre­dit­wür­dig­keit ver­bes­sern vor Kre­dit­an­trag

Ein Raten­kre­dit kann an weni­gen Pro­zent­punk­ten beim Zins­satz schei­tern — oder unnö­tig teu­er wer­den. Wer sei­ne Kre­dit­wür­dig­keit ver­bes­sern vor Kre­dit­an­trag will, soll­te des­halb nicht erst im Antrag reagie­ren. Ent­schei­dend sind eine sau­be­re Daten­la­ge, ver­läss­li­che Zah­lungs­ab­läu­fe und ein Antrag, der zur eige­nen finan­zi­el­len Situa­ti­on passt.

Die gute Nach­richt: Nicht jeder Schritt braucht Mona­te. Feh­ler­haf­te Ein­trä­ge las­sen sich klä­ren, Unter­la­gen las­sen sich vor­be­rei­ten und unnö­ti­ge Kre­dit­an­fra­gen las­sen sich ver­mei­den. Ande­re Fak­to­ren, etwa die Dau­er einer Beschäf­ti­gung oder älte­re Zah­lungs­pro­ble­me, brau­chen dage­gen Zeit. Pla­nen Sie des­halb mög­lichst eini­ge Wochen vor der gewünsch­ten Finan­zie­rung.

Was Ban­ken bei der Kre­dit­wür­dig­keit prü­fen

Ban­ken bewer­ten nicht nur Ihr Ein­kom­men. Sie wol­len ein­schät­zen, ob Sie die monat­li­che Rate dau­er­haft zah­len kön­nen und wie wahr­schein­lich Zah­lungs­aus­fäl­le sind. Dafür flie­ßen je nach Anbie­ter unter­schied­li­che Infor­ma­tio­nen in die Ent­schei­dung ein. Eine ein­heit­li­che For­mel gibt es nicht.

Im Mit­tel­punkt ste­hen meist regel­mä­ßi­ge Ein­nah­men, bestehen­de Kre­dit­ra­ten, Unter­halts­ver­pflich­tun­gen, Miet­kos­ten und wei­te­re lau­fen­de Aus­ga­ben. Hin­zu kom­men Daten von Aus­kunftei­en wie der SCHUFA sowie Anga­ben aus dem Kre­dit­an­trag. Ein hoher Score allein garan­tiert kei­ne Zusa­ge. Wer zwar gute Aus­kunftei­wer­te hat, aber nach Fix­kos­ten kaum finan­zi­el­len Spiel­raum, kann den­noch abge­lehnt wer­den.

Umge­kehrt ist ein soli­des, nach­voll­zieh­ba­res Ein­kom­men nicht auto­ma­tisch aus­rei­chend, wenn es nega­ti­ve Merk­ma­le gibt. Kre­dit­wür­dig­keit ist daher mehr als der SCHUFA-Score. Sie beschreibt das Gesamt­bild Ihrer finan­zi­el­len Belast­bar­keit.

Kre­dit­wür­dig­keit vor dem Kre­dit­an­trag ver­bes­sern: die wich­tigs­ten Schrit­te

Selbst­aus­kunft recht­zei­tig prü­fen

For­dern Sie vor dem Kre­dit­an­trag eine kos­ten­lo­se Daten­ko­pie bei der jewei­li­gen Aus­kunf­tei an und kon­trol­lie­ren Sie die gespei­cher­ten Anga­ben. Prü­fen Sie ins­be­son­de­re, ob Name, frü­he­re Anschrif­ten, erle­dig­te Ver­trä­ge und offe­ne For­de­run­gen kor­rekt erfasst sind. Auch Ver­wechs­lun­gen oder längst erle­dig­te Sach­ver­hal­te kön­nen die Ein­schät­zung unnö­tig belas­ten.

Ent­de­cken Sie einen Feh­ler, wen­den Sie sich mit Bele­gen an die Aus­kunf­tei und gege­be­nen­falls an das Unter­neh­men, das den Ein­trag gemel­det hat. Eine Kor­rek­tur erfolgt nicht immer sofort. Wer in zwei Wochen finan­zie­ren möch­te, soll­te daher nicht dar­auf set­zen, dass ein strit­ti­ger Ein­trag noch recht­zei­tig berei­nigt wird.

Wich­tig: Seriö­se Anbie­ter kön­nen kei­ne nega­ti­ve His­to­rie gegen Geld ein­fach löschen. Mög­lich sind Kor­rek­tu­ren unrich­ti­ger Daten und die Prü­fung, ob Lösch­fris­ten ein­ge­hal­ten wer­den. Ver­spre­chen wie „SCHUFA sofort berei­ni­gen“ sind kein Ersatz für eine nach­voll­zieh­ba­re Klä­rung.

Rech­nun­gen, Raten und Dis­po kon­se­quent ord­nen

Offe­ne Rech­nun­gen und ver­spä­te­te Zah­lun­gen sind vor einem Kre­dit­an­trag beson­ders ungüns­tig. Glei­chen Sie fäl­li­ge Beträ­ge aus, rich­ten Sie bei wie­der­keh­ren­den Rech­nun­gen aus­rei­chen­de Kon­to­de­ckung ein und nut­zen Sie bei Bedarf Erin­ne­run­gen oder Last­schrif­ten. Das ver­hin­dert Mahn­kos­ten und schafft einen bes­se­ren Über­blick über Ihre monat­li­chen Ver­pflich­tun­gen.

Auch ein dau­er­haft stark genutz­ter Dis­po­kre­dit kann ein Warn­si­gnal sein. Ein Dis­po ist fle­xi­bel, aber meist deut­lich teu­rer als ein Raten­kre­dit. Wer ihn regel­mä­ßig bis zum Limit aus­schöpft, soll­te zuerst prü­fen, ob Aus­ga­ben redu­ziert, Rück­la­gen ver­wen­det oder eine Umschul­dung sinn­voll gestal­tet wer­den kann. Eine Umschul­dung kann Zin­sen sen­ken, erhöht aber nicht auto­ma­tisch die Kre­dit­wür­dig­keit. Sie muss zur Haus­halts­rech­nung pas­sen.

Bestehen­de Kre­di­te nicht vor­schnell ablö­sen

Meh­re­re klei­ne Raten, Kre­dit­kar­ten-Teil­zah­lun­gen und ein über­zo­ge­ner Dis­po machen Ihre Finan­zen schwe­rer ein­schätz­bar. Eine Bün­de­lung kann sinn­voll sein, wenn die neue Rate trag­bar ist und die Gesamt­kos­ten tat­säch­lich sin­ken. Prü­fen Sie dabei Rest­schuld, mög­li­che Vor­fäl­lig­keits­ent­schä­di­gun­gen, Lauf­zeit und den effek­ti­ven Jah­res­zins.

Alle Kre­di­te schnell abzu­lö­sen, nur um im Antrag bes­ser dazu­ste­hen, ist dage­gen nicht immer rea­lis­tisch oder wirt­schaft­lich. Ent­schei­dend ist eine sta­bi­le, trans­pa­ren­te Belas­tung. Ver­mei­den Sie vor allem neue unnö­ti­ge Ver­pflich­tun­gen, etwa eine Finan­zie­rung für Kon­sum­käu­fe kurz vor einem grö­ße­ren Kre­dit.

Kre­dit­an­fra­gen gezielt stel­len

Vie­le Anfra­gen inner­halb kur­zer Zeit kön­nen pro­ble­ma­tisch wir­ken, wenn sie als ver­bind­li­che Kre­dit­an­fra­ge gespei­chert wer­den. Nut­zen Sie für den ers­ten Markt­über­blick daher Ange­bo­te, die als Kon­di­ti­ons­an­fra­ge ein­ge­holt wer­den. Die­se dient der Zins­prü­fung und ist übli­cher­wei­se nicht in der­sel­ben Wei­se für ande­re Ban­ken sicht­bar wie eine tat­säch­li­che Kre­dit­an­fra­ge.

Ach­ten Sie auf die Bezeich­nung im Pro­zess und fra­gen Sie im Zwei­fel nach. Ein Kre­dit­ver­gleich mit weni­gen, pas­sen­den Anga­ben ist sinn­vol­ler als zahl­rei­che Ein­zel­an­trä­ge bei ver­schie­de­nen Ban­ken. So erhal­ten Sie einen Markt­über­blick, ohne Ihre Daten unnö­tig oft für ver­bind­li­che Prü­fun­gen ein­zu­rei­chen.

Haus­halts­rech­nung ehr­lich kal­ku­lie­ren

Ban­ken rech­nen anders als Sie selbst. Des­halb hilft es, vor­ab eine eige­ne kon­ser­va­ti­ve Rech­nung auf­zu­stel­len. Zie­hen Sie von Ihrem durch­schnitt­li­chen Net­to­ein­kom­men Mie­te, Ver­si­che­run­gen, Lebens­hal­tung, Mobi­li­tät, bestehen­de Raten und regel­mä­ßi­ge Zah­lun­gen ab. Pla­nen Sie außer­dem einen Puf­fer für Repa­ra­tu­ren, Nach­zah­lun­gen oder uner­war­te­te Aus­ga­ben ein.

Die maxi­ma­le Rate ist nicht auto­ma­tisch die pas­sen­de Rate. Eine etwas län­ge­re Lauf­zeit senkt die Monats­ra­te, erhöht aber meist die gesam­ten Zins­kos­ten. Eine kur­ze Lauf­zeit spart Zin­sen, kann den monat­li­chen Spiel­raum jedoch zu stark ein­engen. Ver­glei­chen Sie bei­de Wer­te: Rate pro Monat und Gesamt­be­trag über die gesam­te Lauf­zeit.

Unter­la­gen vor­be­rei­ten und Anga­ben stim­mig hal­ten

Unvoll­stän­di­ge oder wider­sprüch­li­che Anga­ben ver­zö­gern die Ent­schei­dung und kön­nen Rück­fra­gen aus­lö­sen. Hal­ten Sie je nach Kre­dit­art aktu­el­le Gehalts­ab­rech­nun­gen, Kon­to­aus­zü­ge, einen Arbeits­ver­trag oder Ren­ten­nach­wei­se bereit. Bei Selbst­stän­di­gen wer­den häu­fig zusätz­lich betriebs­wirt­schaft­li­che Aus­wer­tun­gen, Steu­er­be­schei­de oder Ein­nah­men­über­sich­ten ver­langt.

Geben Sie Ein­kom­men und Aus­ga­ben rea­lis­tisch an. Ein geschön­tes Ein­kom­men führt nicht zu einem bes­se­ren Ange­bot, wenn die Bank die Anga­ben anhand der Unter­la­gen prüft. Auch Anga­ben zu Arbeit­ge­ber, Wohn­si­tua­ti­on und bestehen­den Kre­di­ten soll­ten exakt mit den ein­ge­reich­ten Doku­men­ten über­ein­stim­men.

Befris­te­te Arbeits­ver­trä­ge, Pro­be­zeit oder schwan­ken­de Ein­künf­te bedeu­ten nicht auto­ma­tisch eine Ableh­nung. Die Aus­wahl der mög­li­chen Anbie­ter kann aber klei­ner sein. In sol­chen Fäl­len ver­bes­sert eine nied­ri­ge­re Kre­dit­sum­me, eine rea­lis­ti­sche­re Rate oder ein zwei­ter Kre­dit­neh­mer mit eige­nem Ein­kom­men mit­un­ter die Chan­cen. Ein zwei­ter Kre­dit­neh­mer über­nimmt jedoch die vol­le recht­li­che Ver­ant­wor­tung für den Kre­dit — das soll­te kei­ne rei­ne For­ma­li­tät sein.

Was kurz­fris­tig hilft und was Zeit braucht

Kurz­fris­tig umsetz­bar sind die Prü­fung Ihrer Daten, das Beglei­chen offe­ner Rech­nun­gen, eine kla­re Haus­halts­rech­nung und die voll­stän­di­ge Vor­be­rei­tung der Unter­la­gen. Auch die Wahl einer klei­ne­ren Kre­dit­sum­me kann die Annah­me wahr­schein­li­cher machen, weil die monat­li­che Belas­tung sinkt.

Zeit braucht dage­gen der Auf­bau einer ver­läss­li­chen Zah­lungs­his­to­rie. Regel­mä­ßi­ge, pünkt­li­che Zah­lun­gen und ein Kon­to, das nicht stän­dig im Minus steht, wir­ken über län­ge­re Zeit über­zeu­gen­der als hek­ti­sche Maß­nah­men kurz vor dem Antrag. Eben­so las­sen sich nega­ti­ve Merk­ma­le, sofern sie kor­rekt sind, nicht belie­big beschleu­nigt ent­fer­nen.

Ver­mei­den Sie des­halb einen ver­brei­te­ten Feh­ler: meh­re­re neue Kre­dit­kar­ten bean­tra­gen, Klein­kre­di­te auf­neh­men oder Kon­ten nur für ver­meint­lich bes­se­re Scores eröff­nen. Mehr Pro­duk­te bedeu­ten nicht auto­ma­tisch eine bes­se­re Boni­tät. Sie schaf­fen häu­fig zusätz­li­che Kos­ten, Ver­pflich­tun­gen und Ver­wal­tungs­auf­wand.

Den Kre­dit erst nach dem Kon­di­tio­nen­ver­gleich bean­tra­gen

Wenn Ihre Unter­la­gen bereit­lie­gen und Ihre Haus­halts­rech­nung einen aus­rei­chen­den Puf­fer zeigt, ver­glei­chen Sie pas­sen­de Kre­di­te nach effek­ti­vem Jah­res­zins, Monats­ra­te, Lauf­zeit und Gesamt­be­trag. Prü­fen Sie zudem, ob Son­der­til­gun­gen mög­lich sind, wel­che Regeln für Raten­pau­sen gel­ten und ob eine Rest­schuld­ver­si­che­rung wirk­lich erfor­der­lich ist. Sie kann im Ein­zel­fall sinn­voll sein, ver­teu­ert den Kre­dit aber häu­fig deut­lich.

Ach­ten Sie auf reprä­sen­ta­ti­ve Bei­spiel­zins­sät­ze, aber ver­las­sen Sie sich nicht allein dar­auf. Der per­sön­li­che Zins­satz hängt von Ihrer indi­vi­du­el­len Boni­tät, Kre­dit­sum­me und Lauf­zeit ab. Ein Ver­gleich zeigt, wel­che Anbie­ter grund­sätz­lich pas­sen. Das ver­bind­li­che Ange­bot erhal­ten Sie erst nach der indi­vi­du­el­len Prü­fung.

Wer sei­ne Kre­dit­wür­dig­keit ver­bes­sert, schafft vor allem eine bes­se­re Aus­gangs­la­ge für rea­lis­ti­sche Ange­bo­te. Neh­men Sie sich vor dem Antrag die Zeit für Daten­check, Haus­halts­plan und Kon­di­ti­ons­ver­gleich — dann wäh­len Sie nicht die schnells­te Zusa­ge, son­dern eine Rate, die auch nach dem Abschluss zu Ihrem All­tag passt.