Ratenkredit oder Rahmenkredit im Vergleich

Raten­kre­dit oder Rah­men­kre­dit im Ver­gleich

Ein kaput­tes Auto, eine geplan­te Reno­vie­rung oder meh­re­re offe­ne Rech­nun­gen: Der Finan­zie­rungs­be­darf ist oft kon­kret, die pas­sen­de Kre­dit­art aber nicht. Beim Raten­kre­dit oder Rah­men­kre­dit Ver­gleich ent­schei­det vor allem eine Fra­ge: Benö­ti­gen Sie einen fes­ten Betrag auf ein­mal oder möch­ten Sie fle­xi­bel auf einen Kre­dit­rah­men zugrei­fen? Bei­de Vari­an­ten kön­nen sinn­voll sein, unter­schei­den sich jedoch deut­lich bei Aus­zah­lung, Zin­sen und Rück­zah­lung.

Raten­kre­dit oder Rah­men­kre­dit: Die wich­tigs­ten Unter­schie­de

Ein Raten­kre­dit ist für klar kal­ku­lier­ba­re Vor­ha­ben gemacht. Sie bean­tra­gen eine fes­te Kre­dit­sum­me, etwa 10.000 Euro für ein gebrauch­tes Auto oder eine neue Küche. Nach der Zusa­ge wird der Betrag in einer Sum­me aus­ge­zahlt. Anschlie­ßend zah­len Sie monat­lich eine gleich­blei­ben­de Rate über die ver­ein­bar­te Lauf­zeit zurück.

Ein Rah­men­kre­dit funk­tio­niert anders. Die Bank stellt Ihnen einen Kre­dit­rah­men bis zu einer fest­ge­leg­ten Höchst­gren­ze bereit, zum Bei­spiel 15.000 Euro. Sie rufen nur den Betrag ab, den Sie tat­säch­lich brau­chen. Zin­sen fal­len in der Regel nur auf den genutz­ten Betrag an. Haben Sie 3.000 Euro abge­ru­fen, zah­len Sie nicht für die unge­nutz­ten 12.000 Euro des Rah­mens.

| Merk­mal | Raten­kre­dit | Rah­men­kre­dit | |—|—|—| | Aus­zah­lung | Ein­ma­lig als fes­te Sum­me | Fle­xi­bel in Teil­be­trä­gen abruf­bar | | Rück­zah­lung | Fes­te Monats­ra­te und fes­te Lauf­zeit | Meist fle­xi­ble Rück­zah­lung mit Min­dest­ra­te | | Zin­sen | Auf die gesam­te aus­ge­zahl­te Sum­me | Nur auf den tat­säch­lich genutz­ten Betrag | | Pla­nungs­si­cher­heit | Hoch | Nied­ri­ger, da Rate und Lauf­zeit vari­ie­ren kön­nen | | Geeig­net für | Kon­kre­te, ein­ma­li­ge Anschaf­fun­gen | Wie­der­keh­ren­den oder noch unkla­ren Finanz­be­darf |

Der zen­tra­le Unter­schied liegt also nicht allein im Zins­satz. Ein güns­ti­ger Rah­men­kre­dit kann teu­er wer­den, wenn die Rück­zah­lung über lan­ge Zeit nur in klei­nen Beträ­gen erfolgt. Umge­kehrt ist ein Raten­kre­dit wenig fle­xi­bel, wenn Sie die end­gül­ti­ge Finan­zie­rungs­sum­me noch nicht ken­nen.

Wann ein Raten­kre­dit die bes­se­re Wahl ist

Ein Raten­kre­dit passt, wenn Kos­ten, Zeit­punkt und Finan­zie­rungs­be­darf weit­ge­hend fest­ste­hen. Das gilt bei­spiels­wei­se für einen Umzug, eine Umschul­dung, Möbel, eine Wei­ter­bil­dung oder eine grö­ße­re Repa­ra­tur. Sie ken­nen den Betrag und möch­ten von Anfang an wis­sen, wann die Finan­zie­rung been­det ist.

Der größ­te Vor­teil ist die Kal­ku­lier­bar­keit. Vor Ver­trags­ab­schluss sehen Sie Kre­dit­be­trag, Soll­zins, effek­ti­ven Jah­res­zins, monat­li­che Rate, Lauf­zeit und Gesamt­be­trag. Dadurch lässt sich prü­fen, ob die Rate dau­er­haft in Ihr Haus­halts­bud­get passt. Bei einer Lauf­zeit von 48 Mona­ten bleibt die ver­ein­bar­te Rate grund­sätz­lich gleich, sofern kein varia­bler Zins­satz ver­ein­bart wur­de.

Auch bei einer Umschul­dung ist der Raten­kre­dit häu­fig sinn­voll. Teu­re Kre­dit­kar­ten­sal­den oder ein über­zo­ge­ner Dis­po­kre­dit las­sen sich damit bün­deln. Statt meh­re­rer unter­schied­lich ver­zins­ter Schul­den zah­len Sie eine fes­te Rate. Das schafft Über­sicht und kann Zins­kos­ten sen­ken. Ent­schei­dend ist, dass der neue effek­ti­ve Jah­res­zins tat­säch­lich nied­ri­ger liegt und kei­ne ver­meid­ba­ren Zusatz­kos­ten den Vor­teil auf­zeh­ren.

Eine län­ge­re Lauf­zeit redu­ziert zwar die Monats­ra­te, erhöht aber meist den gesam­ten Zins­auf­wand. Wer eine Rate von 250 Euro gut tra­gen kann, soll­te daher nicht allein wegen einer mög­lichst klei­nen Monats­be­las­tung eine unnö­tig lan­ge Lauf­zeit wäh­len. Kür­zer ist oft güns­ti­ger, solan­ge genug finan­zi­el­ler Spiel­raum für uner­war­te­te Aus­ga­ben bleibt.

Für wel­che Situa­tio­nen eig­net sich ein Rah­men­kre­dit?

Ein Rah­men­kre­dit ist vor allem dann prak­tisch, wenn der tat­säch­li­che Bedarf noch offen ist oder sich über meh­re­re Mona­te ver­teilt. Das kann bei einer Reno­vie­rung vor­kom­men: Zunächst wer­den Mate­ria­li­en gekauft, spä­ter kom­men Hand­wer­ker­kos­ten hin­zu. Sie müs­sen nicht den gesam­ten mög­li­chen Betrag sofort auf­neh­men und zah­len nur Zin­sen auf die Sum­me, die Sie tat­säch­lich abru­fen.

Die Fle­xi­bi­li­tät ist der ent­schei­den­de Plus­punkt. Vie­le Ban­ken erlau­ben Abru­fe online oder per Über­wei­sung auf das Refe­renz­kon­to. Auch Son­der­til­gun­gen sind häu­fig jeder­zeit mög­lich. Wenn nach einer grö­ße­ren Aus­ga­be eine Bonus­zah­lung oder eine Steu­er­rück­erstat­tung ein­geht, kön­nen Sie den offe­nen Betrag meist schnel­ler redu­zie­ren.

Die­se Frei­heit ver­langt aller­dings Dis­zi­plin. Bei einem Rah­men­kre­dit gibt es zwar übli­cher­wei­se eine monat­li­che Min­dest­rück­zah­lung, oft als Anteil des offe­nen Betrags. Wer nur die­se Min­dest­ra­te zahlt und den Rah­men wie­der­holt nutzt, kann lan­ge ver­schul­det blei­ben. Die Finan­zie­rung wirkt dann bequem, kos­tet aber über die Zeit deut­lich mehr als geplant.

Ein Rah­men­kre­dit ist kein Ersatz für dau­er­haft feh­len­des Ein­kom­men. Wer regel­mä­ßig den Lebens­un­ter­halt damit finan­ziert, soll­te die Ein­nah­men und Aus­ga­ben genau prü­fen. Für lau­fen­de Eng­päs­se kann eine Schuld­ner­be­ra­tung der pas­sen­de­re Schritt sein als ein wei­te­rer Kre­dit.

Zin­sen rich­tig ver­glei­chen: Nicht nur auf den Soll­zins schau­en

Beim Kre­dit­ver­gleich soll­te der effek­ti­ve Jah­res­zins im Mit­tel­punkt ste­hen. Er berück­sich­tigt neben dem Soll­zins auch bestimm­te preis­re­le­van­te Kos­ten und macht Ange­bo­te bes­ser ver­gleich­bar. Den­noch zeigt er nicht alles. Bei einem Raten­kre­dit soll­ten Sie zusätz­lich den Gesamt­be­trag prü­fen: Das ist die Sum­me, die Sie über die gesam­te Lauf­zeit vor­aus­sicht­lich zurück­zah­len.

Beim Rah­men­kre­dit ist die Rech­nung weni­ger sta­tisch. Die tat­säch­li­chen Kos­ten hän­gen davon ab, wie viel Sie abru­fen, wann Sie zurück­zah­len und ob Sie den Kre­dit­rah­men erneut nut­zen. Ein Zins­satz von bei­spiels­wei­se 8 Pro­zent bedeu­tet nicht auto­ma­tisch, dass Ihre Kos­ten nied­rig blei­ben. Bei einer lan­gen Rück­zah­lungs­dau­er addie­ren sich die Zin­sen Monat für Monat.

Ach­ten Sie außer­dem auf die­se Ver­trags­de­tails:

  • Ist der Zins­satz fest oder varia­bel und kann sich wäh­rend der Lauf­zeit ändern?
  • Fal­len Gebüh­ren für die Bereit­stel­lung, Kon­to­füh­rung oder ein­zel­ne Abru­fe an?
  • Sind kos­ten­lo­se Son­der­til­gun­gen mög­lich und gibt es eine Vor­fäl­lig­keits­ent­schä­di­gung?
  • Wel­che Min­dest­ra­te gilt beim Rah­men­kre­dit und reicht sie für eine zügi­ge Rück­zah­lung aus?

Rest­schuld­ver­si­che­run­gen wer­den im Kre­dit­an­trag teil­wei­se ange­bo­ten. Sie kön­nen in ein­zel­nen Lebens­la­gen sinn­voll sein, ver­teu­ern den Kre­dit aber häu­fig deut­lich. Prü­fen Sie Leis­tungs­aus­schlüs­se, War­te­zei­ten und die Gesamt­kos­ten beson­ders genau. Eine Ver­si­che­rung soll­te nicht nur des­halb abge­schlos­sen wer­den, weil sie den Antrag ver­meint­lich ein­fa­cher macht.

So tref­fen Sie die pas­sen­de Ent­schei­dung

Begin­nen Sie nicht mit der Fra­ge, wel­cher Kre­dit die höchs­te mög­li­che Sum­me bie­tet. Rech­nen Sie zuerst Ihren tat­säch­li­chen Bedarf. Zie­hen Sie vor­han­de­ne Rück­la­gen ab, ohne Ihren Not­gro­schen voll­stän­dig auf­zu­brau­chen. Bei einer Reno­vie­rung kann ein klei­ner Puf­fer sinn­voll sein, bei einem kla­ren Kauf­preis ist ein über­höh­ter Kre­dit­be­trag dage­gen meist unnö­tig.

Danach ver­glei­chen Sie die monat­li­che Belas­tung mit Ihrem frei ver­füg­ba­ren Ein­kom­men. Berück­sich­ti­gen Sie nicht nur Mie­te, Ver­si­che­run­gen und lau­fen­de Ver­trä­ge, son­dern auch jähr­li­che Kos­ten wie Kfz-Ver­si­che­rung, Urlaub oder Repa­ra­tu­ren. Eine Rate ist nur dann pas­send, wenn sie auch in Mona­ten mit höhe­ren Aus­ga­ben bezahl­bar bleibt.

Die Ent­schei­dung lässt sich oft auf drei Fäl­le redu­zie­ren: Ste­hen Sum­me und Zweck fest, spricht viel für einen Raten­kre­dit. Benö­ti­gen Sie Geld in meh­re­ren, noch unkla­ren Schrit­ten, kann ein Rah­men­kre­dit sinn­voll sein. Ist der Bedarf nur sehr kurz­fris­tig und eine siche­re Rück­zah­lung bereits abseh­bar, kann Fle­xi­bi­li­tät wich­ti­ger sein als eine fes­te Lauf­zeit.

Kre­dit­an­ge­bo­te ver­glei­chen und Antrag vor­be­rei­ten

Ban­ken prü­fen vor der Kre­dit­ver­ga­be übli­cher­wei­se Ein­kom­men, Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis, lau­fen­de Ver­pflich­tun­gen und die Boni­tät. Eine posi­ti­ve SCHUFA-Aus­kunft allein garan­tiert kei­ne Zusa­ge. Jede Bank bewer­tet Anträ­ge nach eige­nen Kri­te­ri­en und kann ande­re Kon­di­tio­nen anbie­ten.

Für einen zügi­gen Antrag soll­ten aktu­el­le Ein­kom­mens­nach­wei­se, Kon­to­aus­zü­ge, Anga­ben zu bestehen­den Kre­di­ten sowie ein gül­ti­ger Aus­weis bereit­lie­gen. Selbst­stän­di­ge benö­ti­gen häu­fig zusätz­lich Steu­er­be­schei­de oder betriebs­wirt­schaft­li­che Aus­wer­tun­gen. Geben Sie Ihre Daten voll­stän­dig und kor­rekt an. Unstim­mig­kei­ten kön­nen die Bear­bei­tung ver­zö­gern oder zu einer Ableh­nung füh­ren.

Nut­zen Sie einen Kre­dit­ver­gleich, um nicht nur den bewor­be­nen Ein­stiegs­zins zu sehen. Rele­vant ist der Zins­satz, den Sie mit Ihren per­sön­li­chen Anga­ben vor­aus­sicht­lich erhal­ten. Prü­fen Sie meh­re­re pas­sen­de Ange­bo­te mit iden­ti­schem Kre­dit­be­trag und ver­gleich­ba­rer Lauf­zeit. So erken­nen Sie, ob ein nied­ri­ger Monats­be­trag wirk­lich güns­tig ist oder ledig­lich durch eine lan­ge Lauf­zeit ent­steht.

Ein Kre­dit soll­te Ihre Pla­nung erleich­tern, nicht neue Unsi­cher­heit schaf­fen. Legen Sie vor dem Antrag eine Rück­zah­lungs­stra­te­gie fest: Beim Raten­kre­dit wäh­len Sie eine trag­fä­hi­ge Lauf­zeit, beim Rah­men­kre­dit set­zen Sie sich eine eige­ne höhe­re Monats­ra­te. So bleibt die Finan­zie­rung bere­chen­bar und der Kre­dit­rah­men wird nicht zur dau­er­haf­ten Belas­tung.