Baufinanzierung mit wenig Eigenkapital planen

Bau­fi­nan­zie­rung mit wenig Eigen­ka­pi­tal pla­nen

Wer eine Immo­bi­lie für 350.000 Euro kau­fen möch­te, braucht nicht zwin­gend 70.000 Euro auf dem Kon­to. Eine Bau­fi­nan­zie­rung mit wenig Eigen­ka­pi­tal ist mög­lich — sie kos­tet jedoch meist mehr und ver­langt eine beson­ders sorg­fäl­ti­ge Pla­nung. Ent­schei­dend ist nicht nur, ob eine Bank finan­ziert, son­dern ob Rate, Rück­la­gen und Lauf­zeit dau­er­haft zu Ihrem Bud­get pas­sen.

Was wenig Eigen­ka­pi­tal bei der Bau­fi­nan­zie­rung bedeu­tet

Als Eigen­ka­pi­tal gel­ten ver­füg­ba­re Erspar­nis­se, Wert­pa­pie­re, Gut­ha­ben aus Bau­spar­ver­trä­gen oder auch ein schul­den­frei­es Grund­stück. Häu­fig emp­feh­len Ban­ken, min­des­tens die Kauf­ne­ben­kos­ten aus eige­nen Mit­teln zu zah­len. Dazu gehö­ren Grund­er­werb­steu­er, Notar- und Grund­buch­kos­ten sowie gege­be­nen­falls die Mak­ler­pro­vi­si­on. Je nach Bun­des­land und Kauf­preis kön­nen die­se Kos­ten rund 10 bis 15 Pro­zent des Kauf­prei­ses aus­ma­chen.

Wenn Sie nur einen klei­nen Betrag ein­brin­gen, finan­zie­ren Sie oft 90 Pro­zent oder mehr des Immo­bi­li­en­werts. Bei einer 100-Pro­zent-Finan­zie­rung über­nimmt das Dar­le­hen den Kauf­preis. Bei einer 110-Pro­zent-Finan­zie­rung wer­den zusätz­lich die Neben­kos­ten über Kre­dit­mit­tel bezahlt. Letz­te­re Vari­an­te ist schwie­ri­ger zu erhal­ten, weil die Bank ein deut­lich höhe­res Risi­ko trägt.

War­um eine Bau­fi­nan­zie­rung mit wenig Eigen­ka­pi­tal teu­rer ist

Je gerin­ger Ihr Eigen­ka­pi­tal­an­teil, des­to höher fällt in vie­len Fäl­len der Soll­zins aus. Die finan­zie­ren­de Bank bewer­tet, wie gut das Dar­le­hen durch die Immo­bi­lie abge­si­chert ist. Reicht der Ver­kaufs­er­lös bei einem Not­ver­kauf vor­aus­sicht­lich nicht zur voll­stän­di­gen Rück­zah­lung, steigt ihr Risi­ko. Die­sen Risi­ko­auf­schlag zah­len Kre­dit­neh­mer über den Zins­satz mit.

Schon weni­ge Zehn­tel­pro­zent­punk­te machen bei hohen Dar­le­hens­sum­men einen gro­ßen Unter­schied. Zusätz­lich bleibt bei einer nied­ri­gen Anfangs­til­gung mehr Rest­schuld übrig. Eine klei­ne Monats­ra­te wirkt zunächst attrak­tiv, ver­län­gert aber die Ent­schul­dung und erhöht die gesam­ten Zins­kos­ten. Des­halb soll­te die Monats­ra­te nicht iso­liert betrach­tet wer­den.

Die­se Vor­aus­set­zun­gen ver­bes­sern Ihre Chan­cen

Wenig Eigen­ka­pi­tal kann durch eine star­ke Gesamt­si­tua­ti­on teil­wei­se aus­ge­gli­chen wer­den. Ban­ken ach­ten beson­ders auf ein siche­res, regel­mä­ßi­ges Ein­kom­men, eine sau­be­re Schufa-Aus­kunft und ein lang­fris­tig trag­fä­hi­ges Haus­halts­bud­get. Unbe­fris­te­te Beschäf­ti­gung, gerin­ge lau­fen­de Kre­dit­ver­pflich­tun­gen und ein zwei­ter Dar­le­hens­neh­mer kön­nen die Finan­zie­rung erleich­tern.

Auch die Immo­bi­lie selbst zählt. Eine gut ver­miet­ba­re Woh­nung in gefrag­ter Lage oder ein Haus mit nach­voll­zieh­ba­rem Markt­wert ist für Ban­ken leich­ter zu bewer­ten als ein sanie­rungs­be­dürf­ti­ges Objekt in schwa­cher Lage. Wer kau­fen möch­te, soll­te daher Unter­la­gen wie Expo­sé, Grund­ris­se, Ener­gie­aus­weis, Kauf­ver­trags­ent­wurf und Ein­kom­mens­nach­wei­se früh­zei­tig bereit­hal­ten.

Ein wich­ti­ger Punkt sind Rück­la­gen. Set­zen Sie nicht jeden ver­füg­ba­ren Euro als Eigen­ka­pi­tal ein. Nach dem Ein­zug ent­ste­hen oft Aus­ga­ben für Umzug, Reno­vie­rung, Möbel oder Repa­ra­tu­ren. Eine finan­zi­el­le Reser­ve schützt davor, für uner­war­te­te Kos­ten einen teu­ren Raten­kre­dit auf­neh­men zu müs­sen.

Rate rea­lis­tisch berech­nen und Ange­bo­te ver­glei­chen

Für die Kal­ku­la­ti­on zäh­len mehr als Zins und Dar­le­hens­sum­me. Rech­nen Sie Haus­geld oder Instand­hal­tung, Ver­si­che­run­gen, Grund­steu­er, Ener­gie, mög­li­che Moder­ni­sie­run­gen und den Puf­fer für Ein­kom­mens­aus­fäl­le ein. Bei ver­mie­te­ten Objek­ten soll­ten Sie Leer­stand und nicht umla­ge­fä­hi­ge Kos­ten eben­falls berück­sich­ti­gen.

Als gro­be Ori­en­tie­rung wäh­len vie­le Käu­fer eine Anfangs­til­gung von min­des­tens 2 Pro­zent, bei aus­rei­chend Ein­kom­men auch mehr. Eine län­ge­re Zins­bin­dung schafft Pla­nungs­si­cher­heit, kann aber einen höhe­ren Zins­satz bedeu­ten. Wel­che Kom­bi­na­ti­on sinn­voll ist, hängt von Ein­kom­men, Alter, Objekt­preis und per­sön­li­chem Sicher­heits­be­dürf­nis ab.

Ver­glei­chen Sie meh­re­re Finan­zie­rungs­an­ge­bo­te anhand des effek­ti­ven Jah­res­zin­ses, der monat­li­chen Rate, der Zins­bin­dung und der ver­blei­ben­den Rest­schuld zum Ende der Bin­dung. Ach­ten Sie außer­dem auf Son­der­til­gungs­rech­te und die Mög­lich­keit, den Til­gungs­satz spä­ter anzu­pas­sen. Die­se Optio­nen kön­nen wert­voll sein, wenn sich Ihr Ein­kom­men ver­än­dert oder uner­war­tet Geld zur Ver­fü­gung steht.

För­de­run­gen und Alter­na­ti­ven prü­fen

Je nach Vor­ha­ben kön­nen För­der­pro­gram­me, ein Bau­spar­dar­le­hen oder Dar­le­hen von Lan­des­för­der­insti­tu­ten die Finan­zie­rung ergän­zen. För­de­run­gen sind häu­fig an Bedin­gun­gen gebun­den, etwa an Ener­gie­ef­fi­zi­enz, Eigen­nut­zung, Haus­halts­ein­kom­men oder Fami­li­en­grö­ße. Prü­fen Sie die­se Punk­te vor dem Kauf­ver­trags­ab­schluss, denn man­che Anträ­ge müs­sen vor Beginn des Vor­ha­bens gestellt wer­den.

Eine wei­te­re Mög­lich­keit ist, den Kauf noch etwas zu ver­schie­ben und gezielt Eigen­ka­pi­tal auf­zu­bau­en. Das senkt nicht nur die Dar­le­hens­sum­me, son­dern kann auch bes­se­re Kon­di­tio­nen ermög­li­chen. Wenn das pas­sen­de Objekt bereits ver­füg­bar ist, kann dage­gen eine Finan­zie­rung mit wenig Eigen­ka­pi­tal sinn­voll sein — vor­aus­ge­setzt, Ihre Rate bleibt auch bei höhe­ren lau­fen­den Kos­ten sta­bil bezahl­bar.

Geben Sie Kauf­preis, Eigen­ka­pi­tal, Ein­kom­men und gewünsch­te Rate in einen Bau­fi­nan­zie­rungs­ver­gleich ein. So sehen Sie schnel­ler, wel­che Kon­di­tio­nen zu Ihrer Aus­gangs­la­ge pas­sen, und kön­nen Ange­bo­te auf einer nach­voll­zieh­ba­ren Grund­la­ge ver­glei­chen.