Beispiel Immobilienkredit monatliche Belastung

Bei­spiel Immo­bi­li­en­kre­dit monat­li­che Belas­tung

Eine Monats­ra­te von 1.350 Euro kann für zwei Haus­hal­te völ­lig unter­schied­lich wir­ken: Für den einen bleibt genug Spiel­raum, für den ande­ren reicht eine Repa­ra­tur am Auto, um das Bud­get zu kip­pen. Genau des­halb reicht ein Bei­spiel Immo­bi­li­en­kre­dit monat­li­che Belas­tung nicht aus, wenn nur die Kre­dit­ra­te betrach­tet wird. Ent­schei­dend ist, was Woh­nen ins­ge­samt pro Monat kos­tet — und wie gut die­se Sum­me auch bei stei­gen­den Aus­ga­ben trag­bar bleibt.

Für eine rea­lis­ti­sche Bau­fi­nan­zie­rung brau­chen Sie vier Zah­len: Kauf­preis, Kauf­ne­ben­kos­ten, Eigen­ka­pi­tal und den Finan­zie­rungs­be­darf. Danach folgt der Blick auf Zins, anfäng­li­che Til­gung und die lau­fen­den Kos­ten der Immo­bi­lie. Mit einer kla­ren Rech­nung lässt sich schnell prü­fen, ob ein Ange­bot zum eige­nen Ein­kom­men und All­tag passt.

Bei­spiel Immo­bi­li­en­kre­dit: monat­li­che Belas­tung berech­nen

Neh­men wir eine Eigen­tums­woh­nung für 350.000 Euro. Für Grund­er­werb­steu­er, Notar, Grund­buch und gege­be­nen­falls Mak­ler fal­len je nach Bun­des­land und Kauf­kon­stel­la­ti­on häu­fig rund 8 bis 15 Pro­zent des Kauf­prei­ses an. Im Bei­spiel set­zen wir 35.000 Euro Kauf­ne­ben­kos­ten an.

Der Käu­fer ver­fügt über 90.000 Euro Eigen­ka­pi­tal. Davon wer­den zuerst die Neben­kos­ten bezahlt. Für den Kauf­preis blei­ben damit 55.000 Euro übrig. Der benö­tig­te Immo­bi­li­en­kre­dit beträgt folg­lich:

350.000 Euro Kauf­preis plus 35.000 Euro Neben­kos­ten minus 90.000 Euro Eigen­ka­pi­tal = 295.000 Euro Dar­le­hen.

Die Bank bie­tet einen Soll­zins von 3,50 Pro­zent und der Käu­fer wählt eine anfäng­li­che Til­gung von 2,00 Pro­zent. Für die anfäng­li­che Monats­ra­te wird bei­des addiert und auf den Dar­le­hens­be­trag ange­wen­det:

295.000 Euro × 5,50 Pro­zent = 16.225 Euro pro Jahr. Geteilt durch zwölf Mona­te ergibt das eine Rate von rund 1.352 Euro im Monat.

Die­se Rate bleibt bei einem klas­si­schen Annui­tä­ten­dar­le­hen wäh­rend der ver­ein­bar­ten Zins­bin­dung in der Regel gleich. Der Anteil für Zin­sen sinkt mit jeder gezahl­ten Rate, wäh­rend der Til­gungs­an­teil steigt. Das ist kom­for­ta­bel für die Pla­nung, sagt aber noch nichts dar­über aus, ob die Finan­zie­rung dau­er­haft bezahl­bar ist.

Die Rate ist nicht die gesam­te Wohn­be­las­tung

Zusätz­lich zur Dar­le­hens­ra­te ent­ste­hen monat­li­che Kos­ten für die Immo­bi­lie. Bei einer Eigen­tums­woh­nung zäh­len dazu vor allem Haus­geld, nicht umla­ge­fä­hi­ge Kos­ten­an­tei­le und eine Rück­la­ge für Son­der­um­la­gen oder Repa­ra­tu­ren. Bei einem Haus kom­men Aus­ga­ben für Instand­hal­tung, Gebäu­de­ver­si­che­rung, Grund­steu­er, Hei­zung, Strom, Was­ser und Müll­ab­fuhr hin­zu.

Für das Bei­spiel rech­nen wir vor­sich­tig mit 400 Euro monat­lich für Haus­geld­an­tei­le, Rück­la­gen und wei­te­re Eigen­tü­mer­kos­ten. Die gesam­te monat­li­che Belas­tung liegt damit nicht bei 1.352 Euro, son­dern bei etwa 1.752 Euro.

Wer bis­her 1.250 Euro Warm­mie­te zahlt, soll­te dar­aus nicht ablei­ten, dass 1.752 Euro auto­ma­tisch zu hoch sind. Ein Teil der Kre­dit­ra­te tilgt Schul­den und baut Ver­mö­gen auf. Trotz­dem muss der höhe­re monat­li­che Abfluss jeder­zeit aus dem Haus­halts­bud­get gedeckt sein. Außer­dem trägt der Eigen­tü­mer Kos­ten, die beim Mie­ter meist der Ver­mie­ter über­nimmt.

Wel­che Monats­ra­te ist beim Immo­bi­li­en­kre­dit rea­lis­tisch?

Eine fes­te Pro­zent­gren­ze für alle Haus­hal­te gibt es nicht. Häu­fig wird eine Kre­dit­ra­te von 30 bis 40 Pro­zent des Haus­halts­net­to­ein­kom­mens als ers­te Ori­en­tie­rung genutzt. Ent­schei­dend ist jedoch die indi­vi­du­el­le Rech­nung: Kin­der­be­treu­ung, Unter­halt, Lea­sing, bestehen­de Raten­kre­di­te, regel­mä­ßi­ge Spar­zie­le und Pen­del­kos­ten ver­än­dern den ver­füg­ba­ren Betrag deut­lich.

Bei 5.000 Euro Haus­halts­net­to­ein­kom­men ent­spricht die Kre­dit­ra­te von 1.352 Euro rund 27 Pro­zent. Ein­schließ­lich der lau­fen­den Eigen­tü­mer­kos­ten sind es rund 35 Pro­zent. Das kann trag­bar sein, wenn nach allen Fix­kos­ten noch eine aus­rei­chen­de Reser­ve bleibt. Ver­dient der Haus­halt dage­gen 3.500 Euro net­to, bean­sprucht die Gesamt­be­las­tung bereits etwa die Hälf­te des Ein­kom­mens. Dann kann eine Finan­zie­rung zwar von einer Bank grund­sätz­lich ange­bo­ten wer­den, im All­tag aber zu wenig Spiel­raum las­sen.

Rech­nen Sie des­halb nicht nur mit dem aktu­el­len Ein­kom­men. Pla­nen Sie auch Sze­na­ri­en ein, in denen ein Ein­kom­men zeit­wei­se sinkt, etwa durch Eltern­zeit, Teil­zeit, Krank­heit oder einen Job­wech­sel. Bei varia­blen Ver­gü­tun­gen, Selbst­stän­dig­keit oder Pro­vi­sio­nen ist eine Finan­zie­rung bes­ser auf Basis eines vor­sich­ti­gen Durch­schnitts­ein­kom­mens zu kal­ku­lie­ren als auf Grund­la­ge eines beson­ders guten Jah­res.

Zins und Til­gung ver­än­dern die Belas­tung sofort

Die Monats­ra­te hängt nicht nur von der Dar­le­hens­hö­he ab. Schon klei­ne Ände­run­gen bei Zins­satz und Til­gung machen bei hohen Kre­dit­sum­men einen spür­ba­ren Unter­schied.

Bleibt das Dar­le­hen bei 295.000 Euro, steigt aber der Soll­zins von 3,50 auf 4,00 Pro­zent, erhöht sich die Rate bei 2,00 Pro­zent Til­gung auf rund 1.475 Euro monat­lich. Das sind etwa 123 Euro mehr im Monat. Über Jah­re gerech­net ist die­ser Unter­schied erheb­lich.

Auch die Til­gung ist eine Stell­schrau­be. Bei 3,50 Pro­zent Zins und 2,50 Pro­zent anfäng­li­cher Til­gung beträgt die Rate eben­falls rund 1.475 Euro statt 1.352 Euro. Die höhe­re Rate belas­tet das Bud­get zunächst stär­ker, redu­ziert aber die Rest­schuld schnel­ler. Das senkt das Risi­ko, nach Ablauf der Zins­bin­dung eine sehr hohe Anschluss­fi­nan­zie­rung auf­neh­men zu müs­sen.

Eine nied­ri­ge Til­gung macht die Finan­zie­rung kurz­fris­tig leich­ter. Sie kann sinn­voll sein, wenn viel Eigen­ka­pi­tal vor­han­den ist oder in weni­gen Jah­ren eine siche­re Son­der­zah­lung erwar­tet wird. Ohne sol­che Reser­ven ver­län­gert sie jedoch die Rück­zah­lung und erhöht meist die Zins­kos­ten. Prü­fen Sie daher immer, wie hoch die Rest­schuld am Ende der Zins­bin­dung vor­aus­sicht­lich ist.

Eigen­ka­pi­tal rich­tig ein­set­zen

Mehr Eigen­ka­pi­tal senkt den Kre­dit­be­darf und kann bes­se­re Zins­kon­di­tio­nen ermög­li­chen. Beson­ders sinn­voll ist es meist, die Kauf­ne­ben­kos­ten aus eige­nen Mit­teln zu bezah­len. Wer auch die­se Kos­ten finan­ziert, star­tet mit einer höhe­ren Belei­hung und zahlt häu­fig einen höhe­ren Zins.

Trotz­dem soll­te nicht jeder ver­füg­ba­re Euro in den Kauf flie­ßen. Eine Liqui­di­täts­re­ser­ve bleibt wich­tig. Nach dem Notar­ter­min kön­nen Umzug, Küche, Reno­vie­rung, neue Möbel oder uner­war­te­te Repa­ra­tu­ren anfal­len. Wer sei­ne Rück­la­gen voll­stän­dig ein­setzt, muss sol­che Aus­ga­ben womög­lich mit einem teu­ren Raten­kre­dit finan­zie­ren.

Wie groß die Reser­ve sein soll­te, hängt von Immo­bi­lie und Lebens­si­tua­ti­on ab. Bei einem älte­ren Haus ist sie meist höher anzu­set­zen als bei einer neu­en Woh­nung. Auch geplan­te Moder­ni­sie­run­gen gehö­ren in die Rech­nung. Wer­den Dach, Hei­zung oder Fens­ter bald fäl­lig, soll­ten die Kos­ten nicht als vage Mög­lich­keit behan­delt wer­den, son­dern als kon­kre­ter Finan­zie­rungs­be­stand­teil.

So prü­fen Sie die monat­li­che Belas­tung vor dem Ver­gleich

Erstel­len Sie vor einer Kre­dit­an­fra­ge eine ein­fa­che Haus­halts­rech­nung. Zie­hen Sie vom durch­schnitt­li­chen Net­to­ein­kom­men alle fes­ten Aus­ga­ben ab: Lebens­hal­tung, Ver­si­che­run­gen, Mobi­li­tät, Kin­der­kos­ten, bestehen­de Kre­di­te, Spar­ra­ten und lau­fen­de Wohn­kos­ten. Vom ver­blei­ben­den Betrag soll­te nach Rate und Eigen­tü­mer­kos­ten noch ein spür­ba­rer Puf­fer übrig sein.

Rech­nen Sie dabei mit rea­lis­ti­schen statt opti­mis­ti­schen Wer­ten. Ein Bonus ist nicht garan­tiert, eine Gehalts­er­hö­hung nicht sicher und eine künf­ti­ge Ver­mie­tung nicht immer lücken­los mög­lich. Wenn das Bud­get nur auf­geht, weil meh­re­re güns­ti­ge Annah­men gleich­zei­tig ein­tref­fen müs­sen, ist der Kauf­preis oder der Kre­dit­be­trag wahr­schein­lich zu hoch.

Ver­glei­chen Sie anschlie­ßend nicht nur den Soll­zins. Rele­vant sind auch Effek­tiv­zins, Zins­bin­dung, mög­li­che Son­der­til­gun­gen, Til­gungs­satz­wech­sel und die Bedin­gun­gen für eine spä­te­re Anschluss­fi­nan­zie­rung. Ein güns­ti­ger Zins­satz ohne fle­xi­ble Optio­nen kann weni­ger pas­send sein als ein etwas teu­re­res Dar­le­hen, das zu Ihrer Lebens­pla­nung passt.

Ein Bau­fi­nan­zie­rungs­rech­ner lie­fert dafür eine ers­te belast­ba­re Ori­en­tie­rung. Geben Sie Kauf­preis, Neben­kos­ten, Eigen­ka­pi­tal, Soll­zins und Til­gung ein und tes­ten Sie meh­re­re Vari­an­ten. Bei Finanz-Ver­gleich-24 kön­nen Sie pas­sen­de Ange­bo­te anschlie­ßend nach Kon­di­tio­nen ver­glei­chen und Anbie­ter fin­den.

Die bes­te Monats­ra­te ist nicht die maxi­mal mög­li­che Rate. Sie ist die Rate, die den Kauf ermög­licht, Ihre Rest­schuld plan­bar redu­ziert und Ihnen auch dann noch Luft lässt, wenn das Leben teu­rer wird.