Depoteröffnung in wenigen Schritten leicht gemacht

Depoter­öff­nung in weni­gen Schrit­ten leicht gemacht

Wer erst­mals Akti­en, ETFs oder Fonds kau­fen möch­te, braucht kein Gespräch in der Bank­fi­lia­le. Eine Depoter­öff­nung in weni­gen Schrit­ten ist bei vie­len Online-Bro­kern und Direkt­ban­ken voll­stän­dig digi­tal mög­lich — oft in weni­ger als 20 Minu­ten für den Antrag. Ent­schei­dend ist nicht nur, dass das Depot schnell eröff­net wird. Es soll­te auch zu Ihrer Anla­ge­stra­te­gie, Ihrem geplan­ten Anla­ge­be­trag und Ihrem Han­dels­ver­hal­ten pas­sen.

Ein Wert­pa­pier­de­pot ist die tech­ni­sche Vor­aus­set­zung, um Wert­pa­pie­re zu kau­fen, zu ver­wah­ren und zu ver­kau­fen. Das zuge­hö­ri­ge Ver­rech­nungs­kon­to dient als Geld­kon­to: Von dort wird ein Kauf bezahlt, und dort­hin flie­ßen Ver­kaufs­er­lö­se, Divi­den­den oder Zin­sen. Bevor Sie einen Antrag abschi­cken, lohnt sich des­halb ein kur­zer Ver­gleich der Kon­di­tio­nen.

Depoter­öff­nung in weni­gen Schrit­ten vor­be­rei­ten

Für den Antrag benö­ti­gen Sie in der Regel Ihren Per­so­nal­aus­weis oder Rei­se­pass, Ihre Steu­er-Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer, eine deut­sche Mel­de­adres­se und ein Refe­renz­kon­to. Häu­fig wer­den außer­dem Anga­ben zu Beruf, Ein­kom­men, steu­er­li­cher Ansäs­sig­keit und bis­he­ri­gen Wert­pa­pier­er­fah­run­gen abge­fragt. Die­se Fra­gen sind kei­ne rei­ne Form­sa­che. Anbie­ter müs­sen ein­schät­zen, ob Sie die Risi­ken bestimm­ter Anla­ge­klas­sen grund­sätz­lich ein­ord­nen kön­nen.

Auch Ihre per­sön­li­che Ent­schei­dung soll­te vor dem Ver­gleich ste­hen: Wol­len Sie monat­lich mit einem ETF-Spar­plan inves­tie­ren, ein­zel­ne Akti­en kau­fen oder bestehen­de Wert­pa­pie­re zu einem neu­en Anbie­ter über­tra­gen? Wer lang­fris­tig und regel­mä­ßig anlegt, ach­tet beson­ders auf güns­ti­ge oder kos­ten­lo­se Spar­plä­ne. Wer häu­fig Ein­zel­wer­te han­delt, soll­te Order­ge­büh­ren, Han­dels­plät­ze und mög­li­che Zusatz­kos­ten genau­er prü­fen.

Legen Sie außer­dem fest, wie viel Geld Sie monat­lich inves­tie­ren kön­nen, ohne Ihren Not­gro­schen anzu­tas­ten. Wert­pa­pie­re schwan­ken im Wert. Geld, das Sie kurz­fris­tig für Mie­te, Repa­ra­tu­ren oder eine geplan­te Anschaf­fung benö­ti­gen, gehört nor­ma­ler­wei­se nicht in Akti­en oder Akti­en-ETFs.

Den pas­sen­den Depot­an­bie­ter ver­glei­chen

Ein kos­ten­lo­ses Depot bedeu­tet nicht auto­ma­tisch, dass jede Nut­zung kos­ten­los ist. Vie­le Anbie­ter ver­zich­ten auf eine Depot­füh­rungs­ge­bühr, berech­nen aber Kos­ten beim Kauf und Ver­kauf. Die­se kön­nen aus einer fes­ten Order­pro­vi­si­on, einem pro­zen­tua­len Anteil und Han­dels­platz­ent­gel­ten bestehen. Bei klei­nen Kauf­be­trä­gen fällt eine hohe Min­dest­ge­bühr beson­ders stark ins Gewicht.

Ver­glei­chen Sie daher nicht nur mit dem Blick auf einen ein­zel­nen Wer­be­satz, son­dern auf Ihr kon­kre­tes Nut­zungs­ver­hal­ten. Die­se Punk­te sind beson­ders rele­vant:

  • Depot­füh­rungs­ge­bühr und Kos­ten des Ver­rech­nungs­kon­tos
  • Order­ge­büh­ren für Kauf und Ver­kauf sowie Min­dest­ent­gel­te
  • Gebüh­ren und Aus­wahl bei ETF- und Fonds­spar­plä­nen
  • ver­füg­ba­re Bör­sen­plät­ze, Han­dels­zei­ten und han­del­ba­re Wert­pa­pie­re
  • Kos­ten für Depot­über­trag, Namens­än­de­run­gen oder Doku­men­te
  • App, Web­zu­gang, Zwei-Fak­tor-Authen­ti­fi­zie­rung und Kun­den­ser­vice

Für vie­le Ein­stei­ger ist ein breit gestreu­ter ETF-Spar­plan der ein­fa­che­re Ein­stieg als der Kauf ein­zel­ner Akti­en. Dann sind die Spar­plan­ra­te, die ETF-Aus­wahl und die Aus­füh­rungs­kos­ten oft wich­ti­ger als beson­ders güns­ti­ge Kon­di­tio­nen für gro­ße Ein­zelor­ders. Umge­kehrt kön­nen akti­ve Anle­ger von meh­re­ren Han­dels­plät­zen, umfang­rei­chen Order­ty­pen und kla­ren Gebüh­ren bei häu­fi­gen Käu­fen pro­fi­tie­ren.

Ach­ten Sie auf zeit­lich begrenz­te Aktio­nen. Ein Depot kann bei­spiels­wei­se im ers­ten Jahr ver­güns­tigt sein, wäh­rend spä­ter regu­lä­re Kos­ten gel­ten. Auch kos­ten­lo­se Spar­plä­ne sind häu­fig auf bestimm­te ETFs oder Aus­füh­rungs­ta­ge beschränkt. Prü­fen Sie des­halb das Preis- und Leis­tungs­ver­zeich­nis, bevor Sie sich fest­le­gen.

So läuft die Depoter­öff­nung online ab

Nach dem Anbie­ter-Ver­gleich geben Sie Ihre per­sön­li­chen Daten im Online-Antrag ein. Kon­trol­lie­ren Sie Namen, Anschrift und Steu­er-ID sorg­fäl­tig. Abwei­chen­de Daten kön­nen die Iden­ti­fi­zie­rung ver­zö­gern oder spä­ter Pro­ble­me beim Refe­renz­kon­to ver­ur­sa­chen.

Anschlie­ßend folgt die Legi­ti­ma­ti­on. Am häu­figs­ten ste­hen Video­Ident und eID zur Aus­wahl. Beim Video­Ident prü­fen Sie Ihren Aus­weis in einem Video­an­ruf. Bei der Online-Aus­weis­funk­ti­on des Per­so­nal­aus­wei­ses benö­ti­gen Sie die akti­vier­te eID-Funk­ti­on, Ihre PIN und meist ein NFC-fähi­ges Smart­phone. Teil­wei­se ist wei­ter­hin Post­Ident in einer Filia­le mög­lich, was aber mehr Zeit kos­tet.

Nach erfolg­rei­cher Iden­ti­fi­zie­rung erhal­ten Sie Zugangs­da­ten und Infor­ma­tio­nen zum Ver­rech­nungs­kon­to. Je nach Anbie­ter wird das Depot sofort frei­ge­schal­tet oder erst nach einer wei­te­ren Prü­fung. Rech­nen Sie mit eini­gen Minu­ten bis weni­gen Werk­ta­gen. Wenn Sie direkt han­deln möch­ten, war­ten Sie die voll­stän­di­ge Frei­schal­tung ab und über­wei­sen Sie Geld aus­schließ­lich von Ihrem hin­ter­leg­ten Refe­renz­kon­to.

Wich­tig: Über­wei­sen Sie nicht vor­schnell einen hohen Betrag, nur weil das Depot bereits in der App sicht­bar ist. Prü­fen Sie zuerst, ob alle Funk­tio­nen frei­ge­schal­tet sind, die Kon­to­da­ten stim­men und der gewünsch­te Spar­plan oder Han­dels­platz tat­säch­lich ver­füg­bar ist.

Frei­stel­lungs­auf­trag direkt ein­rich­ten

Kapi­tal­erträ­ge wer­den in Deutsch­land grund­sätz­lich mit Abgel­tung­s­teu­er, Soli­da­ri­täts­zu­schlag und gege­be­nen­falls Kir­chen­steu­er belas­tet. Für Kapi­tal­erträ­ge gibt es jedoch einen Spa­rer-Pausch­be­trag. Damit die­ser direkt beim Anbie­ter berück­sich­tigt wird, kön­nen Sie einen Frei­stel­lungs­auf­trag hin­ter­le­gen.

Ohne Frei­stel­lungs­auf­trag führt die Bank die Steu­er häu­fig bereits beim ers­ten Euro Ertrag ab. Zu viel gezahl­te Steu­er lässt sich zwar über die Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung zurück­ho­len, ein­fa­cher ist die kor­rek­te Ein­stel­lung im Depot. Haben Sie meh­re­re Ban­ken oder Bro­ker, dür­fen die erteil­ten Frei­stel­lungs­auf­trä­ge zusam­men Ihren per­sön­li­chen Höchst­be­trag nicht über­schrei­ten.

Bei einem gemein­sa­men Frei­stel­lungs­auf­trag für Ehe- oder Lebens­part­ner gel­ten ande­re Gren­zen als bei Ein­zel­per­so­nen. Wer sei­ne steu­er­li­che Ansäs­sig­keit außer­halb Deutsch­lands hat oder beson­de­re Ein­künf­te erzielt, soll­te die steu­er­li­che Behand­lung vor der Anla­ge indi­vi­du­ell prü­fen las­sen. Ein Ver­gleichs­por­tal kann Kon­di­tio­nen trans­pa­rent machen, ersetzt aber kei­ne Steu­er­be­ra­tung.

Erst ein­zah­len, dann mit Plan inves­tie­ren

Nach der Kon­to­er­öff­nung beginnt der Teil, der lang­fris­tig den Unter­schied macht: die Aus­wahl der Anla­ge. Ein Depot ist kein Spar­buch. Kur­se kön­nen fal­len, manch­mal deut­lich und über län­ge­re Zeit. Wer bei jeder Schwan­kung ver­kauft, macht aus vor­über­ge­hen­den Ver­lus­ten schnell tat­säch­li­che Ver­lus­te.

Für einen ers­ten ETF-Spar­plan wäh­len Sie einen fes­ten Betrag, ein Aus­füh­rungs­in­ter­vall und einen ETF aus. Prü­fen Sie dabei, wel­chen Index der ETF abbil­det, wie breit die Streu­ung ist, ob Erträ­ge aus­ge­schüt­tet oder wie­der ange­legt wer­den und wel­che lau­fen­den Pro­dukt­kos­ten anfal­len. Nied­ri­ge lau­fen­de Kos­ten sind sinn­voll, aber nicht das ein­zi­ge Kri­te­ri­um. Auch Fonds­grö­ße, Index­kon­zept und Han­del­bar­keit spie­len eine Rol­le.

Bei Ein­zel­ak­ti­en kommt ein zusätz­li­ches Risi­ko hin­zu: Die Ent­wick­lung hängt stär­ker von ein­zel­nen Unter­neh­men, Bran­chen und Nach­rich­ten ab. Das kann Chan­cen bie­ten, erhöht aber das Risi­ko von Ver­lus­ten. Für Ein­stei­ger ist es des­halb oft sinn­vol­ler, zunächst mit breit gestreu­ten Anla­gen zu star­ten und ein­zel­ne Akti­en nur als klei­ne­re Bei­mi­schung zu betrach­ten.

Typi­sche Feh­ler nach der Depoter­öff­nung ver­mei­den

Der häu­figs­te Feh­ler ist nicht ein fal­scher Klick, son­dern feh­len­de Kon­se­quenz. Vie­le eröff­nen ein Depot wegen eines Neu­kun­den­an­ge­bots, inves­tie­ren ein­mal und beschäf­ti­gen sich anschlie­ßend nicht mehr mit Kos­ten, Frei­stel­lungs­auf­trag oder Risi­ko­ver­tei­lung. Ein kur­zer Check nach der Eröff­nung schafft Klar­heit.

Akti­vie­ren Sie Zwei-Fak­tor-Authen­ti­fi­zie­rung und nut­zen Sie ein siche­res, indi­vi­du­el­les Pass­wort. Kon­trol­lie­ren Sie, ob Wert­pa­pier­ab­rech­nun­gen und Steu­er­do­ku­men­te elek­tro­nisch bereit­ste­hen. Falls Sie einen Spar­plan ein­ge­rich­tet haben, prü­fen Sie nach der ers­ten Aus­füh­rung Betrag, Aus­füh­rungs­kurs und Gebüh­ren. So erken­nen Sie früh, ob alles wie geplant läuft.

Ver­mei­den Sie außer­dem spon­ta­ne Käu­fe auf­grund von Social-Media-Trends, Schlag­zei­len oder ver­meint­lich siche­ren Geheim­tipps. Gera­de bei stark bewor­be­nen Ein­zel­wer­ten kön­nen die Kur­se bereits deut­lich gestie­gen sein, bevor vie­le Pri­vat­an­le­ger ein­stei­gen. Ein kla­rer Anla­ge­plan schützt nicht vor Ver­lus­ten, aber vor vie­len emo­tio­na­len Ent­schei­dun­gen.

Wann ein Depot­wech­sel sinn­voll sein kann

Ein bestehen­des Depot muss nicht für immer das rich­ti­ge blei­ben. Ein Wech­sel kann sich loh­nen, wenn die lau­fen­den Kos­ten hoch sind, wich­ti­ge Spar­plä­ne feh­len oder der Ser­vice nicht zu Ihrem Bedarf passt. Vor einem Depot­über­trag soll­ten Sie jedoch prü­fen, ob alle Wert­pa­pie­re beim neu­en Anbie­ter ver­wahrt wer­den kön­nen. Bruch­stü­cke aus Spar­plä­nen las­sen sich oft nicht über­tra­gen und müs­sen je nach Anbie­ter ver­kauft, aus­be­zahlt oder zurück­ge­las­sen wer­den.

Der Depot­über­trag selbst ist bei vie­len Anbie­tern kos­ten­frei, kann aber meh­re­re Wochen dau­ern. In die­ser Zeit sind die über­tra­ge­nen Wert­pa­pie­re häu­fig nicht han­del­bar. Wenn Sie kurz­fris­tig ver­kau­fen oder umschich­ten möch­ten, ist ein Über­trag des­halb nicht immer der pas­sen­de Zeit­punkt.

Eine gute Depoter­öff­nung ist kein Wett­lauf um die schnells­te App oder den höchs­ten Neu­kun­den­bo­nus. Ver­glei­chen Sie die Kos­ten anhand Ihres Vor­ha­bens, rich­ten Sie die Sicher­heits- und Steu­er­da­ten sau­ber ein und star­ten Sie mit einer Anla­ge, deren Risi­ko Sie auch bei fal­len­den Kur­sen tra­gen kön­nen. Dann wird aus weni­gen Schrit­ten eine Ent­schei­dung, die lang­fris­tig zu Ihren Finan­zen passt.