Erweiterter Zinsrechner: Sparplan, Steuern und Inflation im Blick
Zusätzlich zu Startkapital, Zinssatz und Laufzeit berücksichtigt dieser Rechner eine monatliche Sparrate mit optionaler jährlicher Dynamisierung, die Abgeltungsteuer inklusive Sparerpauschbetrag sowie die Inflationsbereinigung Ihres Endkapitals.
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01Sparplanrechner: Wie die Formel mit monatlicher Rate funktioniert
Ein reiner Zinseszinsrechner für eine Einmalanlage reicht nicht aus, sobald regelmäßig gespart wird. Beim Sparplan mit Zinseszins kommt zur einmaligen Verzinsung des Startkapitals die Verzinsung jeder einzelnen monatlichen Rate hinzu – und jede Rate wird unterschiedlich lange verzinst, je nachdem, wie früh sie eingezahlt wurde. Die vereinfachte Formel für das Endkapital eines Sparplans mit monatlicher Verzinsung lautet:
Dieser Rechner löst die Formel nicht nur einmalig auf, sondern simuliert die Entwicklung Monat für Monat – dadurch lassen sich zusätzlich eine jährliche Dynamisierung der Sparrate sowie unterschiedliche Verzinsungsintervalle exakt abbilden, was mit der geschlossenen Formel allein nicht möglich wäre.
02Beispielrechnung: 200 € monatlich bei 4 % über 20 Jahre
| Eigene Einzahlungen gesamt | 58.000 € |
| Zinsertrag gesamt | ca. 42.900 € |
| Endkapital nach 20 Jahren | ca. 100.900 € |
Auffällig: Der Zinsertrag entspricht hier fast der Summe aller eigenen Einzahlungen – ein typisches Ergebnis des Zinseszinseffekts über lange Laufzeiten. Testen Sie oben gerne Ihre eigenen Werte; schon kleine Änderungen an Sparrate oder Laufzeit wirken sich überproportional auf das Endkapital aus.
03Was die Dynamisierung der Sparrate bewirkt
Eine jährliche Dynamisierung erhöht die monatliche Sparrate automatisch um einen festen Prozentsatz – etwa um Gehaltssteigerungen oder die allgemeine Preisentwicklung auszugleichen. Der Effekt ist über lange Laufzeiten erheblich:
| Sparrate | Ohne Dynamisierung | Mit 3 % Dynamisierung p.a. |
|---|---|---|
| Endkapital nach 25 Jahren (200 €/Monat, 4 % Zins) | ca. 102.500 € | ca. 133.600 € |
| Gesamteinzahlungen nach 25 Jahren | 60.000 € | ca. 88.600 € |
Eine Dynamisierung erhöht also nicht nur die Einzahlungen, sondern durch die längere Verzinsung der höheren Raten überproportional auch das Endkapital.
04Abgeltungsteuer und Sparerpauschbetrag einfach erklärt
Kapitalerträge unterliegen in Deutschland grundsätzlich der Abgeltungsteuer von 25 %, zuzüglich Solidaritätszuschlag (5,5 % der Steuer) und optional Kirchensteuer. In Summe ergibt sich ohne Kirchensteuer ein effektiver Satz von rund 26,375 %. Der Sparerpauschbetrag von aktuell 1.000 € pro Jahr für Alleinstehende bzw. 2.000 € für Verheiratete bleibt davon ausgenommen und sollte über einen Freistellungsauftrag bei der Bank hinterlegt werden, damit die Steuer nicht automatisch einbehalten wird.
05Warum Inflation beim Sparplan mitgedacht werden sollte
Ein nominal hohes Endkapital sagt wenig über die tatsächliche Kaufkraft aus, wenn die Inflation über Jahrzehnte mitläuft. Liegt die Rendite dauerhaft unter der Inflationsrate, wächst zwar der Kontostand, die reale Kaufkraft sinkt aber trotzdem. Der Rechner oben zeigt bei aktivierter Inflationsbereinigung deshalb zusätzlich, wie viel das Endkapital in heutiger Kaufkraft tatsächlich wert wäre.
06Weiterführende Rechner und Artikel
Häufige Fragen zum Sparplanrechner
Jede monatliche Einzahlung erhöht die Zinsbasis für die Folgemonate zusätzlich zum bereits vorhandenen Kapital. Dadurch wächst das Endkapital bei regelmäßigem Sparen deutlich schneller als durch eine reine Einmalanlage in gleicher Gesamthöhe, da die früher eingezahlten Raten länger verzinst werden.
Es fallen 25 % Abgeltungsteuer zzgl. Solidaritätszuschlag (5,5 % der Steuer) an, ggf. zusätzlich Kirchensteuer. Ohne Kirchensteuer ergibt das effektiv rund 26,375 %. Der Sparerpauschbetrag von 1.000 € (Single) bzw. 2.000 € (Verheiratete) pro Jahr bleibt steuerfrei.
Das reale Endkapital zeigt die Kaufkraft des nominalen Endkapitals zu heutigen Preisen, berechnet durch Teilen des nominalen Endkapitals durch (1 + Inflationsrate/100) hoch Anzahl Jahre. So wird sichtbar, dass ein nominal hohes Endkapital bei hoher Inflation real weniger wert sein kann.
Bei einer Dynamisierung wird die monatliche Sparrate jedes Jahr um einen festgelegten Prozentsatz erhöht, etwa um mit steigendem Einkommen Schritt zu halten. Das führt gegenüber einer konstanten Sparrate zu einem spürbar höheren Endkapital über lange Laufzeiten.
Bei angenommenen 6 % Rendite pro Jahr und 30 Jahren Laufzeit reichen rechnerisch rund 700 € monatliche Sparrate ohne Startkapital, um etwa 1 Million Euro Endkapital zu erreichen. Bei niedrigeren Renditen oder kürzeren Laufzeiten steigt die nötige Sparrate deutlich; Steuern und Inflation sind dabei nicht eingerechnet.
Ein Sparplan lohnt sich real, solange die erzielte Rendite über der Inflationsrate liegt – dann entsteht ein echter Kaufkraftzuwachs. Liegt die Rendite dauerhaft darunter, steigt zwar der nominale Kontostand, die reale Kaufkraft sinkt aber trotzdem.