Festgeldkonto online eröffnen: kompakte Anleitung

Fest­geld­kon­to online eröff­nen: kom­pak­te Anlei­tung

Ein gutes Fest­geld­an­ge­bot ist schnell gefun­den. Ent­schei­dend ist, ob es auch zu Ihrem Anla­ge­be­trag, Ihrer gewünsch­ten Bin­dung und Ihrem Sicher­heits­be­dürf­nis passt. Mit die­ser Fest­geld­kon­to online eröff­nen Anlei­tung gehen Sie den Abschluss struk­tu­riert an, ver­glei­chen Kon­di­tio­nen nach­voll­zieh­bar und ver­mei­den typi­sche Feh­ler beim digi­ta­len Antrag.

Vor dem Antrag: Betrag und Lauf­zeit fest­le­gen

Beim Fest­geld legen Sie einen ein­ma­li­gen Betrag für eine fes­te Lauf­zeit an. Dafür erhal­ten Sie einen bei Ver­trags­ab­schluss ver­ein­bar­ten Zins­satz. Anders als beim Tages­geld kön­nen Sie wäh­rend der Lauf­zeit in der Regel nicht oder nur in Aus­nah­me­fäl­len auf das Geld zugrei­fen. Pla­nen Sie des­halb nur Kapi­tal ein, das Sie bis zum Ende der Lauf­zeit sicher nicht benö­ti­gen.

Bevor Sie Anbie­ter ver­glei­chen, beant­wor­ten Sie drei prak­ti­sche Fra­gen: Wie viel Geld möch­ten Sie anle­gen? Wann brau­chen Sie es vor­aus­sicht­lich wie­der? Und soll die Anla­ge nach Ablauf auto­ma­tisch ver­län­gert wer­den dür­fen? Wer bei­spiels­wei­se in zwei Jah­ren eine Immo­bi­li­en­fi­nan­zie­rung, ein Auto oder eine grö­ße­re Rück­la­ge benö­tigt, soll­te kei­ne fünf­jäh­ri­ge Lauf­zeit wäh­len — auch nicht bei einem sicht­bar höhe­ren Zins.

Eine sepa­ra­te Liqui­di­täts­re­ser­ve bleibt sinn­voll. Als Ori­en­tie­rung nut­zen vie­le Spa­rer drei bis sechs Monats­aus­ga­ben auf einem jeder­zeit ver­füg­ba­ren Tages­geld­kon­to. Das Fest­geld ist dann der Teil des Ver­mö­gens, der plan­bar lie­gen blei­ben kann.

Fest­geld­kon­to online eröff­nen: Anbie­ter rich­tig ver­glei­chen

Der höchs­te Zins allein ist kein aus­rei­chen­des Aus­wahl­kri­te­ri­um. Im Ver­gleich zäh­len die Kon­di­tio­nen rund um die Anla­ge genau­so. Ach­ten Sie zuerst auf Min­dest­an­la­ge, Höchst­an­la­ge und ver­füg­ba­re Lauf­zei­ten. Man­che Ban­ken zah­len ihren Top­zins nur ab einem bestimm­ten Betrag oder aus­schließ­lich für eine ein­zel­ne Lauf­zeit.

Prü­fen Sie außer­dem, wann die Zin­sen gut­ge­schrie­ben wer­den. Bei einer jähr­li­chen Zins­zah­lung kön­nen Sie bei län­ge­ren Lauf­zei­ten vom Zin­ses­zins­ef­fekt pro­fi­tie­ren, wenn die Zin­sen mit ange­legt wer­den. Wer­den die Zin­sen dage­gen erst zum Lauf­zeit­ende aus­ge­zahlt, ist das Ergeb­nis bei einer mehr­jäh­ri­gen Anla­ge etwas anders. Der Ver­gleich soll­te des­halb den effek­ti­ven Ertrag für Ihre kon­kre­te Anla­ge­sum­me berück­sich­ti­gen.

Beson­ders wich­tig ist die Ein­la­gen­si­che­rung. Für Gut­ha­ben bei Ban­ken inner­halb der EU gilt grund­sätz­lich die gesetz­li­che Siche­rung von bis zu 100.000 Euro je Kun­de und Bank. Bei Gemein­schafts­kon­ten kann der Schutz unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen ent­spre­chend höher aus­fal­len. Legen Sie mehr als 100.000 Euro an, ver­tei­len Sie den Betrag bes­ser auf meh­re­re von­ein­an­der unab­hän­gi­ge Ban­ken. Frei­wil­li­ge Siche­rungs­sys­te­me ein­zel­ner Insti­tu­te kön­nen zusätz­li­chen Schutz bie­ten, erset­zen aber nicht die eige­ne Prü­fung der Bedin­gun­gen.

Bei Ange­bo­ten aus dem euro­päi­schen Aus­land lohnt ein genau­er Blick auf das Land der gesetz­li­chen Ein­la­gen­si­che­rung, die zustän­di­ge Siche­rungs­ein­rich­tung und den Ablauf im Ent­schä­di­gungs­fall. Auch wenn EU-weit ver­gleich­ba­re Regeln gel­ten, kön­nen Spra­che, Bear­bei­tungs­zei­ten und steu­er­li­che Abläu­fe unter­schied­lich sein. Wer mög­lichst ein­fa­che Pro­zes­se bevor­zugt, wählt häu­fig eine Bank mit deut­scher Abwick­lung und auto­ma­ti­schem Steu­er­ab­zug.

Die­se Unter­la­gen benö­ti­gen Sie für die Online-Eröff­nung

Der Antrag dau­ert bei vie­len Ban­ken nur weni­ge Minu­ten, wenn alle Daten vor­lie­gen. Berei­ten Sie Ihren gül­ti­gen Per­so­nal­aus­weis oder Rei­se­pass, Ihre Steu­er-Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer und die IBAN eines Refe­renz­kon­tos vor. Das Refe­renz­kon­to ist nor­ma­ler­wei­se ein Giro­kon­to auf Ihren Namen. Dar­über zah­len Sie den Anla­ge­be­trag ein und erhal­ten spä­ter Zin­sen sowie die Aus­zah­lung zum Lauf­zeit­ende.

Bei einer deut­schen Bank kön­nen Sie meist direkt im Antrag einen Frei­stel­lungs­auf­trag ein­rich­ten. Damit blei­ben Kapi­tal­erträ­ge bis zur Höhe Ihres ver­füg­ba­ren Spa­rer-Pausch­be­trags vom Steu­er­ab­zug befreit. Ohne Frei­stel­lungs­auf­trag behält die Bank in der Regel Abgel­tung­s­teu­er zuzüg­lich Soli­da­ri­täts­zu­schlag und gege­be­nen­falls Kir­chen­steu­er ein.

Bei aus­län­di­schen Ban­ken wird die deut­sche Steu­er nicht immer auto­ma­tisch abge­führt. Teil­wei­se fällt zusätz­lich eine Quel­len­steu­er an. Dann benö­ti­gen Sie für die Steu­er­erklä­rung eine Erträg­nis­auf­stel­lung und müs­sen die Kapi­tal­erträ­ge gege­be­nen­falls selbst ange­ben. Das ist kein Aus­schluss­kri­te­ri­um, soll­te aber in die Ent­schei­dung ein­flie­ßen.

Fest­geld­kon­to online eröff­nen: Schritt für Schritt

1. Ange­bot aus­wäh­len und Kon­di­tio­nen lesen

Wäh­len Sie im Fest­geld­ver­gleich die gewünsch­te Lauf­zeit und geben Sie Ihren Anla­ge­be­trag ein. Lesen Sie vor dem Antrag nicht nur den Zins­satz, son­dern auch die Pro­dukt­in­for­ma­tio­nen. Rele­vant sind ins­be­son­de­re Zins­schrei­bung, Kün­di­gungs- und Ver­län­ge­rungs­re­geln, Min­dest­an­la­ge sowie der Zeit­punkt, zu dem das Geld auf dem neu­en Kon­to ver­füg­bar sein muss.

Ach­ten Sie auf For­mu­lie­run­gen zur auto­ma­ti­schen Pro­lon­ga­ti­on. Man­che Ban­ken ver­län­gern das Fest­geld nach dem Lauf­zeit­ende auto­ma­tisch zu den dann gül­ti­gen Kon­di­tio­nen, wenn Sie nicht recht­zei­tig wider­spre­chen. Wenn Sie fle­xi­bel blei­ben wol­len, wäh­len Sie eine Aus­zah­lung auf das Refe­renz­kon­to oder set­zen Sie sich eine Erin­ne­rung eini­ge Wochen vor Ablauf.

2. Antrag digi­tal aus­fül­len

Im Online-Antrag erfas­sen Sie per­sön­li­che Daten wie Name, Anschrift, Geburts­da­tum, Staats­an­ge­hö­rig­keit und Steu­er-ID. Geben Sie alles exakt so an, wie es in Ihren Aus­weis­do­ku­men­ten steht. Abwei­chun­gen bei Namen, Zweit­na­men oder der Adres­se kön­nen die Kon­to­er­öff­nung ver­zö­gern.

Sie hin­ter­le­gen außer­dem das Refe­renz­kon­to und ent­schei­den, ob Sie einen Frei­stel­lungs­auf­trag ertei­len. Prü­fen Sie vor dem Absen­den noch ein­mal die Lauf­zeit und den Anla­ge­be­trag. Nach Ver­trags­be­ginn lässt sich die Fest­geld­an­la­ge übli­cher­wei­se nicht ein­fach ändern.

3. Iden­ti­tät bestä­ti­gen

Gesetz­lich vor­ge­schrie­ben ist eine Iden­ti­täts­prü­fung. Je nach Bank funk­tio­niert sie per Video­Ident, eID mit der Online-Aus­weis­funk­ti­on, Post­Ident oder über ein bestehen­des Kon­to bei einer Part­ner­bank. Für Video­Ident benö­ti­gen Sie eine sta­bi­le Inter­net­ver­bin­dung, Ihr Aus­weis­do­ku­ment und meist ein Smart­phone oder einen Com­pu­ter mit Kame­ra.

Neh­men Sie die Iden­ti­fi­zie­rung zeit­nah vor. Eini­ge Anträ­ge ver­lie­ren ihre Gül­tig­keit, wenn die Legi­ti­ma­ti­on nicht inner­halb einer vor­ge­ge­be­nen Frist abge­schlos­sen wird.

4. Anla­ge­be­trag über­wei­sen

Nach erfolg­rei­cher Prü­fung erhal­ten Sie die Kon­to­da­ten und die Frist für die Ein­zah­lung. Über­wei­sen Sie den Betrag aus­schließ­lich von dem ange­ge­be­nen Refe­renz­kon­to und beach­ten Sie den exak­ten Ver­wen­dungs­zweck, falls die Bank einen nennt. Zah­len Sie nicht mehr ein als ver­ein­bart. Über­zah­lun­gen kön­nen zurück­ge­bucht wer­den und den Start der Anla­ge ver­zö­gern.

Bewah­ren Sie die Eröff­nungs­be­stä­ti­gung und den Über­wei­sungs­be­leg auf. Sobald der Betrag gut­ge­schrie­ben ist, erhal­ten Sie in der Regel eine Bestä­ti­gung mit Lauf­zeit, Zins­satz, Fäl­lig­keit und vor­aus­sicht­li­chem Aus­zah­lungs­be­trag.

Was wäh­rend der Lauf­zeit gilt

Nach der Eröff­nung braucht ein Fest­geld­kon­to wenig Auf­merk­sam­keit. Kon­trol­lie­ren Sie den­noch, ob die Ver­trags­un­ter­la­gen kor­rekt sind, und notie­ren Sie das Fäl­lig­keits­da­tum. Ein vor­zei­ti­ger Zugriff ist meist aus­ge­schlos­sen. Eini­ge Ban­ken erlau­ben eine Kün­di­gung nur bei beson­de­ren Här­te­fäl­len, etwa einer exis­tenz­be­dro­hen­den Situa­ti­on. Dar­auf soll­ten Sie sich bei Ihrer Finanz­pla­nung nicht ver­las­sen.

Ein Fest­geld­kon­to eig­net sich daher für plan­ba­re Zie­le und sicher­heits­ori­en­tier­te Spa­rer. Weni­ger pas­send ist es für Geld, das kurz­fris­tig ver­füg­bar sein muss, oder für Anle­ger, die lang­fris­tig höhe­re Ren­di­te­chan­cen über Wert­pa­pie­re nut­zen möch­ten. Sicher­heit und Plan­bar­keit sind der Vor­teil, ein­ge­schränk­te Fle­xi­bi­li­tät der Preis dafür.

Häu­fi­ge Feh­ler beim Fest­geld ver­mei­den

Vie­le Spa­rer wäh­len auto­ma­tisch die längs­te Lauf­zeit mit dem höchs­ten Zins. Das kann sinn­voll sein, wenn der Betrag lang­fris­tig ent­behr­lich ist. Sind die Markt­zin­sen jedoch künf­tig höher oder benö­ti­gen Sie das Geld frü­her, bleibt Ihr Kapi­tal gebun­den. Eine Fest­geld­lei­ter kann die­ses Risi­ko redu­zie­ren: Sie tei­len den Betrag auf meh­re­re Lauf­zei­ten auf, sodass regel­mä­ßig ein Teil frei wird.

Ein wei­te­rer Feh­ler ist, den Schutz pro Bank nicht zu beach­ten. Meh­re­re Mar­ken kön­nen recht­lich zur glei­chen Bank gehö­ren. Für die gesetz­li­che Ein­la­gen­si­che­rung zählt nicht der Mar­ken­na­me, son­dern das Kre­dit­in­sti­tut. Prü­fen Sie des­halb immer, bei wel­cher Bank das Gut­ha­ben tat­säch­lich geführt wird.

Auch die Aus­zah­lung zum Lauf­zeit­ende wird manch­mal über­se­hen. Kon­trol­lie­ren Sie recht­zei­tig, ob das hin­ter­leg­te Refe­renz­kon­to noch aktiv ist und ob eine auto­ma­ti­sche Wie­der­an­la­ge vor­ge­se­hen ist. So bleibt Ihr Geld nicht län­ger gebun­den als geplant.

Fra­gen zur Online-Eröff­nung eines Fest­geld­kon­tos

Kann ich ein Fest­geld­kon­to ohne Giro­kon­to bei der­sel­ben Bank eröff­nen?

Ja, in den meis­ten Fäl­len. Sie benö­ti­gen aber übli­cher­wei­se ein Refe­renz­kon­to bei einer ande­ren Bank auf Ihren Namen. Die­ses Giro­kon­to dient für Ein- und Aus­zah­lun­gen sowie als zusätz­li­che Sicher­heits­prü­fung.

Wie schnell ist das Fest­geld­kon­to eröff­net?

Der digi­ta­le Antrag selbst dau­ert oft nur weni­ge Minu­ten. Bis zur voll­stän­di­gen Kon­to­er­öff­nung kön­nen, abhän­gig von Iden­ti­fi­zie­rung und Bank­prü­fung, eini­ge Werk­ta­ge ver­ge­hen. Die Anla­ge beginnt erst, wenn das Geld frist­ge­recht ein­ge­gan­gen ist.

Ist Fest­geld auch bei einer aus­län­di­schen Bank sicher?

Bei Ban­ken inner­halb der EU besteht grund­sätz­lich eine gesetz­li­che Ein­la­gen­si­che­rung bis 100.000 Euro pro Kun­de und Bank. Den­noch soll­ten Sie Siche­rungs­sys­tem, Steu­er­pro­zess, Aus­zah­lungs­we­ge und die Bedin­gun­gen des jewei­li­gen Ange­bots vor dem Abschluss ver­glei­chen.

Ver­glei­chen Sie Fest­geld nicht nur nach dem Nomi­nal­zins. Wenn Lauf­zeit, Ein­la­gen­si­che­rung, Steu­er­ab­wick­lung und Aus­zah­lungs­re­geln zu Ihrer Pla­nung pas­sen, wird aus einem guten Ange­bot eine Anla­ge, die auch am Ende der Lauf­zeit noch die rich­ti­ge Ent­schei­dung ist.