Girokonto-Wechsel automatisch erledigen lassen

Giro­kon­to-Wech­sel auto­ma­tisch erle­di­gen las­sen

Wer wegen Kon­to­füh­rungs­ge­büh­ren, schwa­cher App oder feh­len­der Leis­tun­gen die Bank wech­seln will, muss nicht jede Zah­lung ein­zeln zusam­men­su­chen. Den Giro­kon­to-Wech­sel auto­ma­tisch erle­di­gen zu las­sen, spart Zeit und redu­ziert das Risi­ko, dass Last­schrif­ten, Dau­er­auf­trä­ge oder Geld­ein­gän­ge über­se­hen wer­den. Ent­schei­dend ist aber, was der Kon­to­wech­sel­ser­vice tat­säch­lich über­nimmt und wel­che Auf­ga­ben bei dir blei­ben.

Was ein auto­ma­ti­scher Kon­to­wech­sel über­nimmt

Der gesetz­li­che Kon­to­wech­sel­ser­vice hilft beim Wech­sel zwi­schen Zah­lungs­kon­ten von Ver­brau­chern in Deutsch­land. Du eröff­nest zunächst das neue Giro­kon­to und beauf­tragst die neue Bank mit dem Wech­sel. Dafür erteilst du ihr die nöti­gen Voll­mach­ten und legst fest, zu wel­chem Datum das alte Kon­to geschlos­sen wer­den soll — oder ob es zunächst noch wei­ter­lau­fen soll.

Die neue Bank for­dert bei der bis­he­ri­gen Bank Infor­ma­tio­nen zu regel­mä­ßi­gen Zah­lungs­vor­gän­gen an. Dazu zäh­len typi­scher­wei­se Dau­er­auf­trä­ge, Last­schrif­ten und wie­der­keh­ren­de Über­wei­sun­gen. Auf die­ser Basis kön­nen Zah­lungs­part­ner über die neue IBAN infor­miert wer­den. Außer­dem las­sen sich bestehen­de Dau­er­auf­trä­ge auf das neue Kon­to über­tra­gen oder neu ein­rich­ten.

Das Ver­fah­ren ist kos­ten­los, soweit es die gesetz­lich vor­ge­se­he­nen Schrit­te betrifft. Bei einem Wech­sel inner­halb Deutsch­lands müs­sen die betei­lig­ten Ban­ken den Pro­zess in der Regel inner­halb von zwölf Geschäfts­ta­gen abwi­ckeln. Die genaue Dau­er hängt den­noch davon ab, wie voll­stän­dig dei­ne Anga­ben sind und ob ein­zel­ne Unter­neh­men die neue Bank­ver­bin­dung zügig über­neh­men.

Vie­le Ban­ken bie­ten zusätz­lich einen digi­ta­len Wech­sel­ser­vice an. Die­ser geht teil­wei­se über die gesetz­li­che Basis hin­aus: Nach dei­ner Zustim­mung ana­ly­siert ein Dienst­leis­ter die Kon­to­um­sät­ze und schlägt pas­sen­de Zah­lungs­part­ner vor. Du kannst dann aus­wäh­len, wer benach­rich­tigt wer­den soll. Das ist prak­tisch, ersetzt aber kei­ne eige­ne Kon­trol­le.

Giro­kon­to-Wech­sel auto­ma­tisch erle­di­gen: So gehst du vor

Ver­glei­che zuerst nicht nur die Wer­be­prä­mie, son­dern die Kon­di­tio­nen, die im All­tag zäh­len. Prü­fe Kon­to­füh­rungs­ge­bühr, Bedin­gun­gen für einen kos­ten­lo­sen Ein­gang, Gebüh­ren für Kar­ten, Bar­geld­ab­he­bun­gen, Dis­po­zin­sen, App-Funk­tio­nen und die Erreich­bar­keit des Kun­den­ser­vice. Wer regel­mä­ßig reist oder im Aus­land zahlt, soll­te auch die Fremd­wäh­rungs­ge­büh­ren berück­sich­ti­gen.

Eröff­ne danach das neue Kon­to und war­te, bis du die neue IBAN und den Zugang zum Online­ban­king erhal­ten hast. Erst dann star­test du den Wech­sel­ser­vice. Bei der Beauf­tra­gung ent­schei­dest du, wel­che Daten die neue Bank von der alten Bank abru­fen darf, wel­che Zah­lungs­part­ner infor­miert wer­den sol­len und wann Dau­er­auf­trä­ge aus­ge­führt wer­den sol­len.

Ein sinn­vol­ler Ablauf besteht aus drei Pha­sen. In der ers­ten Pha­se rich­test du das neue Kon­to ein und sicherst den Zugang. In der zwei­ten Pha­se wird die neue IBAN an rele­van­te Stel­len gemel­det. In der drit­ten Pha­se beob­ach­test du bei­de Kon­ten par­al­lel, bevor du das alte Kon­to kün­digst. Gera­de die­se kur­ze Über­gangs­zeit ver­hin­dert unnö­ti­ge Rück­last­schrif­ten.

Wäh­le den Kün­di­gungs­ter­min nicht zu knapp. Wenn am Monats­an­fang Mie­te, Strom oder Kre­dit­ra­te abge­bucht wer­den und dein Gehalt erst weni­ge Tage spä­ter ein­geht, soll­te das alte Kon­to noch aus­rei­chend gedeckt sein. Eine par­al­le­le Nut­zung über vier bis acht Wochen ist für vie­le Haus­hal­te die ent­spann­te­re Lösung. Sie ist zwar weni­ger radi­kal, schafft aber Sicher­heit.

Die­se Zah­lun­gen musst du trotz­dem selbst prü­fen

Ein Kon­to­wech­sel­ser­vice erkennt regel­mä­ßi­ge Umsät­ze, aber nicht jede Zah­lung lässt sich ein­deu­tig zuord­nen. Beson­ders Zah­lun­gen, die unre­gel­mä­ßig erfol­gen oder über eine Kre­dit­kar­te, einen Bezahl­dienst oder einen digi­ta­len Markt­platz lau­fen, kön­nen feh­len. Auch für ein­zel­ne Ver­trä­ge kann eine akti­ve Ände­rung im Kun­den­kon­to des Anbie­ters erfor­der­lich sein.

Prü­fe des­halb die Umsät­ze des alten Kon­tos min­des­tens der ver­gan­ge­nen zwölf Mona­te. Ein Jahr deckt jähr­li­che Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge, Mit­glied­schaf­ten und ande­re sel­te­ne Abbu­chun­gen bes­ser ab als ein Blick auf die letz­ten Wochen. Ach­te beson­ders auf:

  • Arbeit­ge­ber, Ren­ten­ver­si­che­rung, BAföG-Stel­le oder ande­re regel­mä­ßi­ge Zah­ler
  • Ver­mie­ter, Ener­gie­ver­sor­ger, Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­an­bie­ter und Ver­si­che­run­gen
  • Kre­dit­ra­ten, Spar­plä­ne, Wert­pa­pier­de­pots und Zah­lungs­diens­te
  • Strea­ming-Abos, Ver­eins­bei­trä­ge, Spen­den und digi­ta­le Mit­glied­schaf­ten
  • Kre­dit­kar­ten­ab­rech­nun­gen sowie Händ­ler mit hin­ter­leg­ter Kar­ten- oder IBAN-Zah­lung

Bei Gehalt, Ren­te oder staat­li­chen Leis­tun­gen soll­test du die neue Bank­ver­bin­dung selbst über die vor­ge­se­he­nen Wege mit­tei­len. Der Wech­sel­ser­vice kann eine Benach­rich­ti­gung ansto­ßen, garan­tiert aber nicht, dass jede Stel­le die Ände­rung recht­zei­tig ver­ar­bei­tet. Bei Arbeit­ge­bern ist zudem oft die Per­so­nalab­rech­nung an fes­te Ter­mi­ne gebun­den.

Ach­te auch auf Dau­er­auf­trä­ge mit wech­seln­den Beträ­gen. Ein fes­ter Spar­be­trag lässt sich leicht über­tra­gen. Bei Zah­lun­gen, die du monat­lich anpasst, etwa für Unter­halt oder Rück­la­gen, ist eine eige­ne Neu­ein­rich­tung meist sinn­vol­ler. Kon­trol­lie­re nach der Über­tra­gung Betrag, Aus­füh­rungs­tag und Emp­fän­ger-IBAN.

Altes Kon­to nicht zu früh schlie­ßen

Die häu­figs­te Ursa­che für Pro­ble­me ist nicht der digi­ta­le Wech­sel selbst, son­dern eine zu frü­he Kon­to­kün­di­gung. Eine ver­spä­te­te Abbu­chung kann dann zurück­ge­ge­ben wer­den. Das kann Gebüh­ren aus­lö­sen und bei wich­ti­gen Ver­trä­gen zu unnö­ti­gem Auf­wand füh­ren.

Lass auf dem alten Kon­to wäh­rend der Über­gangs­pha­se einen Puf­fer. Prü­fe regel­mä­ßig, ob noch Geld­ein­gän­ge, Last­schrif­ten oder Kar­ten­er­stat­tun­gen ein­tref­fen. Denk an Kau­ti­ons­er­stat­tun­gen, Retou­ren, Bonus­zah­lun­gen oder Rück­zah­lun­gen von Ver­si­che­run­gen. Sol­che Beträ­ge kön­nen auch nach der eigent­li­chen Umstel­lung noch auf der alten IBAN lan­den.

Kon­trol­lie­re außer­dem die Kar­ten des alten Kon­tos. Wenn eine Giro­kar­te oder Kre­dit­kar­te noch für App-Abos, Miet­wa­gen­kau­tio­nen oder Online­händ­ler hin­ter­legt ist, muss die Zah­lungs­art sepa­rat geän­dert wer­den. Die Über­tra­gung der IBAN bedeu­tet nicht auto­ma­tisch, dass gespei­cher­te Kar­ten­da­ten aktua­li­siert wer­den.

Erst wenn meh­re­re Wochen lang kei­ne uner­war­te­ten Buchun­gen mehr auf­tau­chen, kün­digst du das alte Kon­to oder gibst den Schließ­auf­trag frei. Lade vor­her Kon­to­aus­zü­ge her­un­ter. Sie kön­nen für Steu­er­un­ter­la­gen, Nach­wei­se gegen­über Ver­mie­tern oder die per­sön­li­che Finanz­über­sicht spä­ter noch rele­vant sein.

Wann der Wech­sel­ser­vice an Gren­zen stößt

Der auto­ma­ti­sche Ser­vice passt vor allem zu einem nor­ma­len pri­va­ten Giro­kon­to mit über­schau­ba­ren regel­mä­ßi­gen Zah­lun­gen. Bei Gemein­schafts­kon­ten, Pfän­dungs­schutz­kon­ten, Kon­ten mit Dis­po­kre­dit oder ver­bun­de­nen Pro­duk­ten ist mehr Auf­merk­sam­keit nötig. Ein bestehen­der Dis­po wird nicht ein­fach auf die neue Bank über­tra­gen. Die neue Bank ent­schei­det eigen­stän­dig, ob und in wel­cher Höhe sie einen Kre­dit­rah­men ein­räumt.

Bei einem Gemein­schafts­kon­to müs­sen häu­fig alle Kon­to­in­ha­ber dem Wech­sel zustim­men. Bei einem P‑Konto soll­test du vor­ab klä­ren, wie der Schutz auf dem neu­en Kon­to ein­ge­rich­tet wird. Wer ein Kon­to für eine Selbst­stän­dig­keit nutzt, soll­te eben­falls prü­fen, ob es sich um ein Pri­vat- oder Geschäfts­kon­to han­delt und wel­che Zah­lungs­strö­me dar­an hän­gen. Wie­der­keh­ren­de Zah­lun­gen von Kun­den, Finanz­amt oder Sozi­al­ver­si­che­rung brau­chen eine beson­ders sorg­fäl­ti­ge Umstel­lung.

Nicht jede ver­meint­lich regel­mä­ßi­ge Buchung ist ein Man­dat, das sich ein­fach über­tra­gen lässt. Bei SEPA-Last­schrif­ten kann der Zah­lungs­emp­fän­ger sei­ne Pro­zes­se unter­schied­lich gestal­ten. Bei einer Kre­dit­ra­te oder einem Lea­sing­ver­trag ist es daher sinn­voll, die Ände­rung direkt beim Ver­trags­part­ner zu bestä­ti­gen. So bleibt nach­voll­zieh­bar, ab wann die neue IBAN ver­wen­det wird.

Mit die­ser Kon­trol­le gelingt der Kon­to­wech­sel

Nut­ze den Kon­to­wech­sel­ser­vice als Beschleu­ni­ger, nicht als Auto­pi­lot. Öff­ne das neue Kon­to recht­zei­tig, ver­glei­che die Kon­di­tio­nen vor dem Abschluss und füh­re bei­de Kon­ten für eine kur­ze Über­gangs­zeit par­al­lel. Wer sei­ne Umsatz­his­to­rie prüft und kri­ti­sche Zah­lungs­part­ner selbst bestä­tigt, kann den Bank­wech­sel deut­lich ein­fa­cher erle­di­gen — ohne dass eine wich­ti­ge Abbu­chung im fal­schen Moment schei­tert.