Kreditkartenlimit richtig erhöhen: So geht es

Kre­dit­kar­ten­li­mit rich­tig erhö­hen: So geht es

Ein Hotel ver­langt bei der Buchung eine Kau­ti­on, der Miet­wa­gen­an­bie­ter blo­ckiert meh­re­re Hun­dert Euro und die Flug­ti­ckets sol­len eben­falls über die Kar­te bezahlt wer­den. Schnell reicht das bis­he­ri­ge Kar­ten­li­mit nicht mehr aus. Wer sein Kre­dit­kar­ten­li­mit rich­tig erhö­hen möch­te, soll­te nicht ein­fach nur einen mög­lichst hohen Betrag bean­tra­gen. Ent­schei­dend sind der Kar­ten­typ, die eige­ne Boni­tät und ein Limit, das zum tat­säch­li­chen Bedarf passt.

Was das Kre­dit­kar­ten­li­mit kon­kret begrenzt

Das Kre­dit­kar­ten­li­mit ist der maxi­ma­le Betrag, den Sie mit Ihrer Kar­te inner­halb eines Abrech­nungs­zeit­raums ein­set­zen kön­nen. Bei einer klas­si­schen Kre­dit­kar­te mit Monats­ab­rech­nung wird der ver­füg­ba­re Betrag durch jeden Kar­ten­um­satz klei­ner. Erst wenn Sie die Rech­nung beglei­chen, steht der Betrag wie­der zur Ver­fü­gung.

Wich­tig: Nicht nur tat­säch­lich bezahl­te Umsät­ze zäh­len. Hotels, Auto­ver­mie­tun­gen, Tank­stel­len oder Online-Händ­ler kön­nen Beträ­ge vor­über­ge­hend reser­vie­ren. Die­se soge­nann­ten Vor­au­tori­sie­run­gen sen­ken den ver­füg­ba­ren Rah­men, obwohl das Geld noch nicht end­gül­tig abge­bucht wur­de. Gera­de auf Rei­sen kann ein Limit des­halb frü­her erreicht sein als erwar­tet.

Bei Debit­kar­ten funk­tio­niert es anders. Hier wird der Umsatz meist direkt vom Giro­kon­to ein­ge­zo­gen. Ein klas­si­scher monat­li­cher Kre­dit­rah­men besteht häu­fig nicht. Bei Pre­paid-Kre­dit­kar­ten ist grund­sätz­lich nur das vor­her auf­ge­la­de­ne Gut­ha­ben ver­füg­bar. Prü­fen Sie daher zuerst, wel­che Kar­ten­art Sie nut­zen, bevor Sie eine Limit­er­hö­hung anfra­gen.

Wann eine Limit­er­hö­hung sinn­voll ist

Ein höhe­res Limit kann sinn­voll sein, wenn es einen nach­voll­zieh­ba­ren Anlass gibt: eine län­ge­re Rei­se, eine beruf­li­che Aus­ga­be, eine grö­ße­re Anschaf­fung oder regel­mä­ßig hohe Buchun­gen für Miet­wa­gen und Unter­künf­te. Auch wenn Sie die Kar­te kon­se­quent nut­zen und die Monats­ab­rech­nung stets pünkt­lich aus­glei­chen, kann ein grö­ße­rer Ver­fü­gungs­rah­men prak­tisch sein.

Mehr Kre­dit ist jedoch nicht auto­ma­tisch bes­ser. Ein hoher Kar­ten­rah­men kann dazu ver­lei­ten, Aus­ga­ben zu ver­schie­ben, die im nächs­ten Monat nicht pro­blem­los bezahlt wer­den kön­nen. Beson­ders teu­er wird es bei Kar­ten mit Teil­zah­lungs­funk­ti­on. Bleibt ein Rest­be­trag offen, fal­len oft hohe Soll­zin­sen an. Nut­zen Sie eine Kre­dit­kar­te des­halb mög­lichst als Zah­lungs­mit­tel, nicht als dau­er­haf­te Finan­zie­rung.

Eine gute Ori­en­tie­rung ist der Betrag, den Sie im Aus­nah­me­fall kurz­fris­tig benö­ti­gen und aus eige­nen Mit­teln zurück­zah­len könn­ten. Für eine Rei­se mit Miet­wa­gen kann ein vor­über­ge­hend höhe­rer Rah­men genü­gen. Für all­täg­li­che Aus­ga­ben ist ein dau­er­haft sehr hohes Limit meist nicht erfor­der­lich.

So erhö­hen Sie Ihr Kre­dit­kar­ten­li­mit rich­tig

Der schnells­te Weg führt meist über das Online-Ban­king oder die App des Kar­ten­an­bie­ters. Vie­le Ban­ken zei­gen dort das aktu­el­le Limit, den ver­füg­ba­ren Betrag und eine Funk­ti­on zur Anpas­sung an. Teil­wei­se ist eine Erhö­hung direkt mög­lich, teil­wei­se stel­len Sie zunächst einen Antrag.

For­mu­lie­ren Sie Ihren Bedarf rea­lis­tisch. Wer bis­her ein Limit von 1.000 Euro hat und ohne erkenn­ba­ren Grund 10.000 Euro bean­tragt, muss eher mit einer Ableh­nung oder Rück­fra­gen rech­nen. Plau­si­bler ist eine Anpas­sung, die zum Ein­kom­men, zum bis­he­ri­gen Zah­lungs­ver­hal­ten und zum Anlass passt.

Bei man­chen Anbie­tern genügt die digi­ta­le Anfra­ge. Ande­re ver­lan­gen aktu­el­le Ein­kom­mens­nach­wei­se, etwa Gehalts­ab­rech­nun­gen, einen Ein­kom­men­steu­er­be­scheid bei Selbst­stän­di­gen oder Kon­to­aus­zü­ge. Auch eine erneu­te Boni­täts­prü­fung ist mög­lich. Rech­nen Sie damit, dass der Anbie­ter Daten bei einer Aus­kunf­tei abfragt oder die bestehen­de Geschäfts­ver­bin­dung neu bewer­tet.

Wenn Sie das höhe­re Limit nur für einen bestimm­ten Zeit­raum brau­chen, fra­gen Sie gezielt nach einer tem­po­rä­ren Erhö­hung. Das kann für Urlaub, Umzug oder eine grö­ße­re Rei­se­pla­nung die bes­se­re Lösung sein. Danach sinkt der Rah­men wie­der auf den vor­her ver­ein­bar­ten Betrag. So behal­ten Sie die Kos­ten­kon­trol­le, ohne bei einer Reser­vie­rung an der Kas­se zu schei­tern.

Die­se Fak­to­ren prüft die Bank

Kre­dit­kar­ten­an­bie­ter ent­schei­den nicht allein nach dem Wunsch­be­trag. Im Mit­tel­punkt steht, ob die spä­te­re Kar­ten­rech­nung vor­aus­sicht­lich zuver­läs­sig bezahlt wird. Posi­tiv wir­ken ein regel­mä­ßi­ges Ein­kom­men, ein sta­bi­les Kon­to, pünkt­li­che Rück­zah­lun­gen und eine bis­her unauf­fäl­li­ge Kar­ten­nut­zung.

Eine Rol­le spie­len außer­dem bestehen­de Kre­di­te, lau­fen­de Raten­käu­fe, ein Dis­po­kre­dit und bekann­te Zah­lungs­aus­fäl­le. Wer bereits hohe monat­li­che Ver­pflich­tun­gen hat, erhält mög­li­cher­wei­se kein höhe­res Limit, selbst wenn das Ein­kom­men grund­sätz­lich soli­de ist. Bei Berufs­ein­stei­gern, Stu­die­ren­den oder Selbst­stän­di­gen mit schwan­ken­den Ein­nah­men set­zen Ban­ken häu­fig zunächst nied­ri­ge­re Gren­zen.

Auch das Alter der Kre­dit­kar­te kann rele­vant sein. Nach weni­gen Wochen feh­len dem Anbie­ter Erfah­rungs­wer­te. Nut­zen Sie die Kar­te über meh­re­re Abrech­nungs­mo­na­te ver­ant­wor­tungs­voll und beglei­chen Sie Rech­nun­gen frist­ge­recht, ver­bes­sert das in vie­len Fäl­len die Aus­gangs­la­ge für eine spä­te­re Anfra­ge.

Vor dem Antrag: ver­füg­ba­res Limit und Abrech­nung prü­fen

Manch­mal ist kei­ne ech­te Limit­er­hö­hung nötig. Kon­trol­lie­ren Sie zunächst, ob noch alte Reser­vie­run­gen auf der Kar­te lie­gen. Nach einer Hotel­über­nach­tung oder Miet­wa­gen­rück­ga­be kann es eini­ge Tage dau­ern, bis eine Kau­ti­on frei­ge­ge­ben wird. Der Anbie­ter kann den Betrag oft nicht sofort ent­fer­nen, weil die Frei­ga­be vom Händ­ler aus­ge­löst wer­den muss.

Prü­fen Sie außer­dem den Abrech­nungs­ter­min. Bei vie­len Kar­ten wird der kom­plet­te offe­ne Betrag ein­mal monat­lich vom Refe­renz­kon­to ein­ge­zo­gen. Eine frü­he­re Ein­zah­lung oder ein Aus­gleich des Kar­ten­kon­tos kann den ver­füg­ba­ren Rah­men schnel­ler wie­der frei­ge­ben. Ob das mög­lich ist, hängt vom Kar­ten­an­bie­ter ab.

Ach­ten Sie dabei auf die Ver­trags­be­din­gun­gen. Eini­ge Ban­ken akzep­tie­ren Gut­ha­ben auf der Kre­dit­kar­te, ande­re begren­zen es oder sehen die Kar­te nicht als Gut­ha­ben­kon­to vor. Für eine geplan­te hohe Zah­lung ist eine vor­zei­ti­ge Über­wei­sung häu­fig sinn­vol­ler als ein dau­er­haft über­höh­tes Limit.

Wenn die Bank die Erhö­hung ablehnt

Eine Ableh­nung ist kein Grund, direkt bei meh­re­ren Ban­ken wei­te­re Anträ­ge zu stel­len. Wie­der­hol­te Kre­dit­an­fra­gen in kur­zer Zeit kön­nen je nach Ver­fah­ren sicht­bar wer­den und die Boni­täts­be­wer­tung belas­ten. Fra­gen Sie statt­des­sen beim Anbie­ter nach, ob ein nied­ri­ge­rer Betrag oder eine zeit­lich begrenz­te Anpas­sung mög­lich ist.

Prü­fen Sie auch Ihre Daten bei Aus­kunftei­en. Fal­sche oder ver­al­te­te Ein­trä­ge kön­nen die Ent­schei­dung beein­flus­sen. Offe­ne Rech­nun­gen, dau­er­haft aus­ge­reiz­te Kre­dit­li­ni­en oder ver­spä­te­te Zah­lun­gen soll­ten Sie zunächst berei­ni­gen. Nach eini­gen Mona­ten mit geord­ne­ten Finan­zen kann eine neue Anfra­ge bes­se­re Erfolgs­aus­sich­ten haben.

Falls Ihre Kar­te dau­er­haft nicht zum Nut­zungs­ver­hal­ten passt, kann ein Kre­dit­kar­ten­ver­gleich sinn­voll sein. Unter­schie­de gibt es nicht nur beim Limit, son­dern auch bei Jah­res­ge­bühr, Teil­zah­lungs­zin­sen, Aus­lands­ein­satz, Bar­geld­ab­he­bun­gen und Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen. Eine kos­ten­lo­se Kar­te ist nicht auto­ma­tisch die güns­tigs­te Wahl, wenn etwa hohe Gebüh­ren im Aus­land anfal­len oder die Rück­zah­lung in Raten vor­ein­ge­stellt ist.

Sicher­heits­re­geln bei einem höhe­ren Kre­dit­rah­men

Je höher das Limit, des­to grö­ßer ist bei Kar­ten­ver­lust oder Daten­miss­brauch zunächst der mög­li­che Scha­den. Akti­vie­ren Sie des­halb Push-Mit­tei­lun­gen für Kar­ten­um­sät­ze und kon­trol­lie­ren Sie die Abrech­nung zeit­nah. Vie­le Anbie­ter erlau­ben es, Online-Zah­lun­gen, Bar­geld­ab­he­bun­gen oder Aus­lands­ein­sät­ze in der App sepa­rat zu sper­ren oder zu begren­zen.

Nut­zen Sie für Online-Käu­fe mög­lichst die Zwei-Fak­tor-Frei­ga­be und spei­chern Sie die Kar­ten­da­ten nicht unnö­tig bei Shops. Fällt eine unbe­kann­te Belas­tung auf, sper­ren Sie die Kar­te umge­hend und mel­den Sie den Vor­gang dem Anbie­ter. Ein hohes Limit ersetzt kei­ne Sicher­heits­vor­keh­run­gen.

Häu­fi­ge Fra­gen zur Limit­er­hö­hung

Wirkt sich eine Limit­er­hö­hung auf die Schufa aus?

Das hängt vom Anbie­ter und von der Art der Prü­fung ab. Eine Boni­täts­prü­fung kann erfol­gen, doch nicht jede Anfra­ge wird gleich behan­delt oder für ande­re Ban­ken sicht­bar. Fra­gen Sie im Zwei­fel vor­ab, ob die Anpas­sung als Kon­di­ti­ons­an­fra­ge oder als Kre­dit­an­fra­ge ver­ar­bei­tet wird.

Kann ich mein Kre­dit­kar­ten­li­mit selbst sen­ken?

Oft ja. In vie­len Apps lässt sich ein nied­ri­ge­res Limit direkt ein­stel­len oder beim Kun­den­ser­vice bean­tra­gen. Das ist sinn­voll, wenn sich Ihre finan­zi­el­le Situa­ti­on ver­än­dert oder Sie Ihre Aus­ga­ben bewusst begren­zen möch­ten.

Ist ein hoher Kre­dit­rah­men schlecht für die Boni­tät?

Nicht zwin­gend. Ent­schei­dend ist vor allem, wie Sie vor­han­de­ne Kre­dit­li­ni­en nut­zen und zurück­zah­len. Wer sein Limit dau­er­haft voll­stän­dig aus­schöpft oder Rech­nun­gen ver­spä­tet begleicht, sen­det ein ungüns­ti­ge­res Signal als jemand, der sei­nen Rah­men kon­trol­liert ein­setzt.

Bean­tra­gen Sie nur den Betrag, den Sie für Ihre tat­säch­li­chen Zah­lun­gen brau­chen, und prü­fen Sie vor­ab Reser­vie­run­gen sowie den Abrech­nungs­zeit­punkt. So bleibt die Kre­dit­kar­te ein fle­xi­bles Zah­lungs­mit­tel statt einer teu­ren Finan­zie­rungs­fal­le.