Ratenkredit Kosten verstehen und richtig vergleichen

Raten­kre­dit Kos­ten ver­ste­hen und rich­tig ver­glei­chen

Wer nur auf die Monats­ra­te schaut, kann bei einem Raten­kre­dit schnell zu viel bezah­len. Um Raten­kre­dit Kos­ten zu ver­ste­hen, müs­sen Sie nicht nur den Zins­satz prü­fen, son­dern die gesam­te Rück­zah­lung: Kre­dit­be­trag, Lauf­zeit, effek­ti­ven Jah­res­zins und mög­li­che Zusatz­leis­tun­gen. Erst die­se Kom­bi­na­ti­on zeigt, wie güns­tig ein Ange­bot tat­säch­lich ist.

Ein Kre­dit mit 180 Euro Monats­ra­te wirkt zunächst güns­ti­ger als ein Ange­bot mit 205 Euro. Läuft er aber deut­lich län­ger, zah­len Sie unter Umstän­den mehr Zin­sen und damit ins­ge­samt mehr zurück. Ein sau­be­rer Ver­gleich beginnt des­halb immer mit dem Gesamt­be­trag und nicht mit der kleins­ten Rate.

Wel­che Kos­ten ent­ste­hen bei einem Raten­kre­dit?

Die Kos­ten eines Raten­kre­dits set­zen sich vor allem aus den Kre­dit­zin­sen zusam­men. Sie zah­len der Bank den gelie­he­nen Betrag zurück und zusätz­lich einen Preis dafür, dass Sie das Geld für eine bestimm­te Zeit nut­zen dür­fen. Wie hoch die­ser Preis aus­fällt, hängt unter ande­rem von Ihrer Boni­tät, der gewünsch­ten Sum­me und der Lauf­zeit ab.

Der wich­tigs­te Wert für den Ver­gleich ist der effek­ti­ve Jah­res­zins. Er berück­sich­tigt neben dem Soll­zins auch ver­pflich­ten­de, preis­re­le­van­te Kos­ten des Kre­dits. Daher eig­net er sich bes­ser als der rei­ne Soll­zins, um Ange­bo­te mit glei­cher Kre­dit­sum­me und ver­gleich­ba­rer Lauf­zeit gegen­über­zu­stel­len.

Der Soll­zins, oft auch gebun­de­ner Soll­zins­satz genannt, beschreibt dage­gen vor allem die lau­fen­de Ver­zin­sung des Kre­dit­be­trags. Er kann nied­rig aus­se­hen, ohne dass Sie dar­aus direkt auf die tat­säch­li­chen Gesamt­kos­ten schlie­ßen kön­nen. Für Ihre Ent­schei­dung zählt daher: effek­ti­ven Jah­res­zins, monat­li­che Rate und Gesamt­be­trag gemein­sam prü­fen.

Ein Bei­spiel für die Gesamt­kos­ten

Sie lei­hen 10.000 Euro und zah­len den Kre­dit über 48 Mona­te zurück. Bei einem effek­ti­ven Jah­res­zins von 6 Pro­zent kann die Rate bei rund 235 Euro lie­gen. Über die gesam­te Lauf­zeit zah­len Sie dann unge­fähr 11.280 Euro zurück. Die Kre­dit­kos­ten betra­gen in die­sem ver­ein­fach­ten Bei­spiel etwa 1.280 Euro.

Bei einer län­ge­ren Lauf­zeit sinkt die Monats­ra­te, weil sich die Rück­zah­lung auf mehr Mona­te ver­teilt. Dafür fal­len Zin­sen län­ger an. Wür­den Sie die­sel­ben 10.000 Euro über 72 Mona­te finan­zie­ren, kann die Rate deut­lich nied­ri­ger sein, der ins­ge­samt zurück­ge­zahl­te Betrag aber stei­gen. Die pas­sen­de Lauf­zeit ist des­halb ein Abwä­gen zwi­schen monat­li­chem Spiel­raum und Gesamt­kos­ten.

Raten­kre­dit Kos­ten ver­ste­hen: Die­se Anga­ben sind ent­schei­dend

Ein Kre­dit­an­ge­bot ent­hält vie­le Zah­len. Nicht alle sind gleich wich­tig. Für einen schnel­len, belast­ba­ren Ver­gleich soll­ten Sie beson­ders auf die­se Anga­ben ach­ten:

| Anga­be | Was sie aus­sagt | War­um sie rele­vant ist | |—|—|—| | Net­to­dar­le­hens­be­trag | Aus­ge­zahl­ter Kre­dit­be­trag | Zeigt, wie viel Geld Sie tat­säch­lich erhal­ten | | Effek­ti­ver Jah­res­zins | Jähr­li­che Kre­dit­kos­ten inklu­si­ve rele­van­ter Pflicht­kos­ten | Ermög­licht den Ver­gleich ähn­li­cher Ange­bo­te | | Lauf­zeit | Dau­er bis zur voll­stän­di­gen Rück­zah­lung | Beein­flusst Rate und gesam­te Zins­last | | Monats­ra­te | Regel­mä­ßi­ge Belas­tung pro Monat | Muss dau­er­haft in Ihr Bud­get pas­sen | | Gesamt­be­trag | Sum­me aller Raten | Zeigt, was der Kre­dit ins­ge­samt kos­tet |

Ach­ten Sie außer­dem dar­auf, ob die Rate über die gesam­te Lauf­zeit gleich bleibt. Bei klas­si­schen Raten­kre­di­ten ist sie meist fest ver­ein­bart. Das schafft Pla­nungs­si­cher­heit. Varia­bel ver­zins­te Kre­di­te kön­nen sich ver­än­dern und sind für vie­le pri­va­te Finan­zie­run­gen weni­ger leicht kal­ku­lier­bar.

War­um Ihre Boni­tät den Zins­satz beein­flusst

Vie­le Ban­ken wer­ben mit einem Zins­satz „ab“. Das bedeu­tet nicht, dass jeder Antrag­stel­ler die­sen Zins­satz erhält. Die Bank bewer­tet vor der Kre­dit­ent­schei­dung unter ande­rem Ein­kom­men, bestehen­de finan­zi­el­le Ver­pflich­tun­gen, Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis und Aus­kunftei­da­ten. Dar­aus ergibt sich ein indi­vi­du­el­les Risi­ko und häu­fig auch ein indi­vi­du­el­ler Zins­satz.

Wer eine sta­bi­le finan­zi­el­le Situa­ti­on und eine gute Boni­tät nach­weist, erhält oft bes­se­re Kon­di­tio­nen. Das ist kein Grund, den erst­bes­ten Kre­dit zu bean­tra­gen. Gera­de bei boni­täts­ab­hän­gi­gen Ange­bo­ten lohnt sich ein Ver­gleich, weil Ban­ken die­sel­be Per­son unter­schied­lich bewer­ten kön­nen.

Wich­tig ist auch die Art der Anfra­ge. Für einen ers­ten Kon­di­ti­ons­ver­gleich soll­te eine Bank in der Regel eine Kon­di­tio­nen­an­fra­ge nut­zen. Sie dient der Ein­schät­zung mög­li­cher Kre­dit­kon­di­tio­nen und ist nicht mit einer ver­bind­li­chen Kre­dit­an­fra­ge gleich­zu­set­zen. Prü­fen Sie vor dem Absen­den, wie der jewei­li­ge Anbie­ter die Anfra­ge behan­delt.

Zusatz­kos­ten: Was wirk­lich nötig ist und was nicht

Bear­bei­tungs­ge­büh­ren für Ver­brau­cher­kre­di­te sind in Deutsch­land grund­sätz­lich nicht zuläs­sig, wenn sie pau­schal für die Kre­dit­be­ar­bei­tung ver­langt wer­den. Taucht eine sol­che Posi­ti­on in einem Ange­bot auf, soll­ten Sie genau nach­fra­gen und die Ver­trags­un­ter­la­gen prü­fen.

Anders sieht es bei frei­wil­li­gen Zusatz­pro­duk­ten aus. Häu­fig wird eine Rest­schuld­ver­si­che­rung ange­bo­ten. Sie kann ein­sprin­gen, wenn Sie etwa arbeits­un­fä­hig wer­den oder ster­ben. Ob sie sinn­voll ist, hängt von Ihrer per­sön­li­chen Absi­che­rung, Ihrer fami­liä­ren Situa­ti­on und den kon­kre­ten Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen ab. Sie soll­te nie­mals auto­ma­tisch als not­wen­di­ger Bestand­teil des Kre­dits betrach­tet wer­den.

Eine sol­che Ver­si­che­rung kann die Finan­zie­rung spür­bar ver­teu­ern, beson­ders wenn die Prä­mie mit­fi­nan­ziert wird. Dann zah­len Sie nicht nur die Ver­si­che­rungs­prä­mie, son­dern dar­auf gege­be­nen­falls eben­falls Kre­dit­zin­sen. Las­sen Sie sich Kos­ten, Leis­tungs­um­fang, Aus­schlüs­se und Kün­di­gungs­mög­lich­kei­ten getrennt aus­wei­sen.

Auch optio­na­le Kon­topa­ke­te, Ver­mitt­lungs­leis­tun­gen oder kos­ten­pflich­ti­ge Ser­vice­an­ge­bo­te ver­die­nen einen genau­en Blick. Ein über­sicht­li­cher Kre­dit­ver­gleich trennt Kre­dit­kon­di­tio­nen und frei­wil­li­ge Extras, damit Sie den Preis des Dar­le­hens nicht mit zusätz­li­chen Leis­tun­gen ver­wech­seln.

Son­der­til­gung und vor­zei­ti­ge Ablö­sung rich­tig bewer­ten

Ihre finan­zi­el­le Situa­ti­on kann sich ändern. Viel­leicht erhal­ten Sie eine Bonus­zah­lung, eine Steu­er­rück­erstat­tung oder möch­ten einen bestehen­den Kre­dit durch ein güns­ti­ge­res Ange­bot erset­zen. Dann sind Son­der­til­gun­gen und eine vor­zei­ti­ge Ablö­sung rele­vant.

Vie­le Ban­ken erlau­ben kos­ten­lo­se Son­der­til­gun­gen, man­che sogar in belie­bi­ger Höhe. Ande­re begren­zen den jähr­li­chen Betrag oder sehen dafür Bedin­gun­gen vor. Steht noch nicht fest, ob Sie den Kre­dit frü­her zurück­zah­len möch­ten, ist die­se Fle­xi­bi­li­tät ein ech­tes Ver­gleichs­kri­te­ri­um.

Bei einer vor­zei­ti­gen voll­stän­di­gen Rück­zah­lung darf die Bank bei Ver­brau­cher­kre­di­ten grund­sätz­lich eine Vor­fäl­lig­keits­ent­schä­di­gung ver­lan­gen. Sie ist gesetz­lich begrenzt: maxi­mal 1 Pro­zent des vor­zei­tig zurück­ge­zahl­ten Betrags, bei einer ver­blei­ben­den Lauf­zeit von höchs­tens einem Jahr maxi­mal 0,5 Pro­zent. Die tat­säch­lich erspar­ten Zin­sen wer­den dabei berück­sich­tigt. Ob sich eine Ablö­sung lohnt, lässt sich nur mit einer kon­kre­ten Rech­nung beur­tei­len.

So ver­glei­chen Sie Raten­kre­di­te sinn­voll

Nut­zen Sie für den Ver­gleich immer die­sel­ben Eck­da­ten: gewünsch­ter Kre­dit­be­trag, rea­lis­ti­scher Ver­wen­dungs­zweck und pas­sen­de Lauf­zeit. Nur dann las­sen sich Monats­ra­ten, effek­ti­ve Jah­res­zin­sen und Gesamt­be­trä­ge direkt gegen­über­stel­len.

Wäh­len Sie die Lauf­zeit nicht allein nach der nied­rigs­ten Rate. Die Rate soll­te genug Luft für Mie­te, Ver­si­che­run­gen, lau­fen­de Ver­trä­ge, Rück­la­gen und uner­war­te­te Aus­ga­ben las­sen. Gleich­zei­tig soll­te die Lauf­zeit nicht län­ger sein als nötig. Wer eine etwas höhe­re Rate dau­er­haft tra­gen kann, redu­ziert häu­fig die gesam­ten Zins­kos­ten.

Prü­fen Sie vor dem Abschluss auch die Ver­trags­de­tails. Dazu gehö­ren die Mög­lich­keit kos­ten­lo­ser Son­der­til­gun­gen, Regeln für eine vor­zei­ti­ge Ablö­sung, die Aus­zah­lungs­dau­er und frei­wil­li­ge Zusatz­pro­duk­te. Bei zweck­ge­bun­de­nen Kre­di­ten, etwa einem Auto­kre­dit, kön­nen die Kon­di­tio­nen von einem frei ver­wend­ba­ren Raten­kre­dit abwei­chen. Des­halb soll­ten Sie nur Ange­bo­te ver­glei­chen, die zu Ihrem kon­kre­ten Vor­ha­ben pas­sen.

Ein Online-Ver­gleich spart Zeit, weil Sie meh­re­re Kon­di­tio­nen mit weni­gen Anga­ben gegen­über­stel­len kön­nen. Bei Finanz-Ver­gleich-24 kön­nen Sie Kre­dit­be­trag und Lauf­zeit berech­nen, Ange­bo­te nach Kos­ten prü­fen und pas­sen­de Anbie­ter fin­den. Die end­gül­ti­gen Kon­di­tio­nen legt jedoch immer die jewei­li­ge Bank nach ihrer indi­vi­du­el­len Prü­fung fest.

Wann ein güns­ti­ger Raten­kre­dit trotz­dem nicht passt

Der nied­rigs­te effek­ti­ve Jah­res­zins ist ein star­kes Argu­ment, aber nicht die ein­zi­ge Ent­schei­dungs­hil­fe. Ein Ange­bot kann güns­tig sein und den­noch unpas­send, wenn die Rate Ihr Bud­get zu eng macht oder fle­xi­ble Rück­zah­lungs­op­tio­nen feh­len. Umge­kehrt kann ein gering­fü­gig teu­re­rer Kre­dit sinn­voll sein, wenn er kos­ten­lo­se Son­der­til­gun­gen erlaubt und bes­ser zu Ihrer Pla­nung passt.

Neh­men Sie einen Raten­kre­dit nur für eine klar kal­ku­lier­ba­re Finan­zie­rung auf. Decken Sie lau­fen­de Aus­ga­ben nicht dau­er­haft über neue Kre­di­te und pla­nen Sie kei­ne Rate ein, die nur bei opti­ma­lem Monats­ver­lauf funk­tio­niert. Je kla­rer Sie Gesamt­kos­ten, Lauf­zeit und Rück­zah­lungs­op­tio­nen ver­glei­chen, des­to eher bleibt der Kre­dit ein plan­ba­res Finan­zie­rungs­in­stru­ment statt einer zusätz­li­chen Belas­tung.