Was kostet ein Autokredit? Zinsen und Gesamtkosten

Was kos­tet ein Auto­kre­dit? Zin­sen und Gesamt­kos­ten

Ein Auto­kre­dit wird nicht allein durch die monat­li­che Rate teu­er oder güns­tig. Wer fragt: „Was kos­tet ein Auto­kre­dit?“, soll­te auf den effek­ti­ven Jah­res­zins, die Lauf­zeit, den Net­to­dar­le­hens­be­trag und mög­li­che Zusatz­kos­ten schau­en. Zwei Ange­bo­te mit fast glei­cher Rate kön­nen am Ende meh­re­re hun­dert Euro aus­ein­an­der­lie­gen.

Ein schnel­ler Kre­dit­ver­gleich zeigt, wel­che Kon­di­tio­nen zu Ihrem Finan­zie­rungs­wunsch pas­sen. Ent­schei­dend ist dabei nicht, den nied­rigs­ten bewor­be­nen Soll­zins zu sehen, son­dern die Gesamt­kos­ten bis zur letz­ten Rate zu berech­nen.

Was kos­tet ein Auto­kre­dit kon­kret?

Die Kos­ten eines Auto­kre­dits set­zen sich in ers­ter Linie aus dem gelie­he­nen Betrag und den dar­auf anfal­len­den Zin­sen zusam­men. Hin­zu kön­nen Kos­ten für optio­na­le Ver­si­che­run­gen oder beson­de­re Ver­trags­be­din­gun­gen kom­men. Klas­si­sche Bear­bei­tungs­ge­büh­ren für Ver­brau­cher­kre­di­te sind heu­te in der Regel nicht zuläs­sig. Trotz­dem lohnt sich ein genau­er Blick in das reprä­sen­ta­ti­ve Bei­spiel und den Kre­dit­ver­trag.

Ein ein­fa­ches Bei­spiel: Sie finan­zie­ren 20.000 Euro über 48 Mona­te. Bei einem effek­ti­ven Jah­res­zins von 5 Pro­zent liegt die monat­li­che Rate bei rund 461 Euro. Über die gesam­te Lauf­zeit zah­len Sie unge­fähr 22.130 Euro zurück. Die Kre­dit­kos­ten betra­gen damit etwa 2.130 Euro.

Steigt der effek­ti­ve Jah­res­zins bei glei­cher Kre­dit­sum­me und Lauf­zeit auf 8 Pro­zent, erhöht sich die Rate auf rund 488 Euro. Ins­ge­samt wer­den etwa 23.430 Euro fäl­lig. Der Zins­un­ter­schied von drei Pro­zent­punk­ten kos­tet in die­sem Bei­spiel rund 1.300 Euro zusätz­lich. Das zeigt, war­um ein Ver­gleich mehr bringt als nur auf die Monats­ra­te zu ach­ten.

Die tat­säch­li­chen Wer­te hän­gen immer von Boni­tät, Ein­kom­men, Kre­dit­sum­me, Lauf­zeit und Anbie­ter ab. Auch der Fahr­zeug­typ kann eine Rol­le spie­len: Man­che Ban­ken ver­ge­ben für einen zweck­ge­bun­de­nen Auto­kre­dit bes­se­re Kon­di­tio­nen als für einen frei ver­wend­ba­ren Raten­kre­dit.

Die­se Fak­to­ren bestim­men die Kos­ten Ihres Auto­kre­dits

Der effek­ti­ve Jah­res­zins ist die zen­tra­le Ver­gleichs­grö­ße

Für den Ange­bots­ver­gleich ist der effek­ti­ve Jah­res­zins wich­ti­ger als der Soll­zins. Er berück­sich­tigt neben dem Nomi­nal­zins wei­te­re preis­re­le­van­te Bestand­tei­le des Kre­dits und macht Ange­bo­te bes­ser ver­gleich­bar. Je nied­ri­ger der effek­ti­ve Jah­res­zins bei glei­cher Lauf­zeit und glei­chem Dar­le­hens­be­trag, des­to gerin­ger sind in der Regel Ihre Gesamt­kos­ten.

Ach­ten Sie auf For­mu­lie­run­gen wie „ab 3,49 Pro­zent“. Das ist häu­fig der bes­te mög­li­che Zins­satz, den nur Antrag­stel­ler mit sehr guter Boni­tät erhal­ten. Aus­sa­ge­kräf­ti­ger ist das soge­nann­te 2/3‑Beispiel. Es zeigt, wel­chen effek­ti­ven Jah­res­zins min­des­tens zwei Drit­tel der Kun­den vor­aus­sicht­lich erhal­ten.

Kre­dit­sum­me und Lauf­zeit ver­än­dern den Gesamt­preis

Eine höhe­re Kre­dit­sum­me ver­ur­sacht bei glei­chem Zins­satz mehr Zin­sen. Das ist nach­voll­zieh­bar, wird aber oft unter­schätzt, wenn zusätz­lich Zube­hör, eine Garan­tie oder eine Rest­schuld aus dem Alt­fahr­zeug mit­fi­nan­ziert wird. Finan­zie­ren Sie des­halb mög­lichst nur den Betrag, den Sie tat­säch­lich benö­ti­gen.

Bei der Lauf­zeit gilt ein kla­rer Ziel­kon­flikt: Eine lan­ge Lauf­zeit senkt die monat­li­che Rate, erhöht aber meist die gesam­ten Zins­kos­ten. Eine kur­ze Lauf­zeit spart Zin­sen, belas­tet jedoch Ihr monat­li­ches Bud­get stär­ker. Die pas­sen­de Lauf­zeit ist des­halb nicht auto­ma­tisch die kür­zes­te, son­dern die, bei der die Rate dau­er­haft rea­lis­tisch bleibt.

Wenn Sie bei­spiels­wei­se 15.000 Euro zu 6 Pro­zent finan­zie­ren, kos­tet eine Lauf­zeit von 36 Mona­ten deut­lich weni­ger als 72 Mona­te. Die Rate ist bei 36 Mona­ten aller­dings spür­bar höher. Pla­nen Sie neben Rate, Kraft­stoff, Ver­si­che­rung, War­tung und Rück­la­gen genug finan­zi­el­len Spiel­raum ein.

Ihre Boni­tät beein­flusst den ange­bo­te­nen Zins­satz

Ban­ken prü­fen vor der Kre­dit­zu­sa­ge unter ande­rem regel­mä­ßi­ges Ein­kom­men, bestehen­de Kre­di­te, Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis und Daten von Aus­kunftei­en. Eine sta­bi­le Ein­kom­mens­si­tua­ti­on und weni­ge lau­fen­de Ver­pflich­tun­gen ver­bes­sern häu­fig die Chan­cen auf einen güns­ti­ge­ren Zins.

Wich­tig: Eine Kre­dit­an­fra­ge kann bei meh­re­ren Ban­ken unter­schied­lich bewer­tet wer­den. Für einen unver­bind­li­chen Kon­di­ti­ons­ver­gleich wird übli­cher­wei­se eine Kon­di­tio­nen­an­fra­ge genutzt. Sie dient der Zins­be­rech­nung und soll­te Ihre Boni­tät nicht unnö­tig belas­ten. Prü­fen Sie im Pro­zess, ob tat­säch­lich nur Kon­di­tio­nen ange­fragt wer­den, bevor Sie einen ver­bind­li­chen Antrag stel­len.

Anzah­lung und Fahr­zeug­wert kön­nen hel­fen

Eine Anzah­lung redu­ziert den Finan­zie­rungs­be­darf. Dadurch sin­ken bei sonst glei­chen Bedin­gun­gen sowohl Rate als auch Zins­kos­ten. Wer 3.000 Euro anzahlt statt den kom­plet­ten Kauf­preis zu finan­zie­ren, zahlt nicht nur weni­ger zurück, son­dern ver­bes­sert je nach Bank mög­li­cher­wei­se auch die Kon­di­tio­nen.

Bei einem zweck­ge­bun­de­nen Auto­kre­dit dient das Fahr­zeug oft als Sicher­heit. Man­che Kre­dit­ge­ber ver­lan­gen dafür die Zulas­sungs­be­schei­ni­gung Teil II als Sicher­heit oder ver­mer­ken ein Siche­rungs­ei­gen­tum. Das kann güns­ti­ge­re Zin­sen ermög­li­chen, schränkt aber den Ver­kauf des Autos wäh­rend der Finan­zie­rung ein.

Auto­kre­dit, Bal­lon­fi­nan­zie­rung oder Händ­ler­an­ge­bot ver­glei­chen?

Ein klas­si­scher Auto­kre­dit arbei­tet meist mit fes­ten Monats­ra­ten und einer voll­stän­di­gen Rück­zah­lung inner­halb der ver­ein­bar­ten Lauf­zeit. Am Ende gehört das Auto Ihnen, und es bleibt kei­ne hohe Schluss­ra­te offen. Das schafft Pla­nungs­si­cher­heit und macht die Kos­ten gut bere­chen­bar.

Bei einer Bal­lon­fi­nan­zie­rung sind die Monats­ra­ten zunächst nied­ri­ger, weil am Ende eine hohe Schluss­ra­te bleibt. Das kann pas­send sein, wenn Sie bis dahin sicher über aus­rei­chend Geld ver­fü­gen oder das Fahr­zeug ver­kau­fen möch­ten. Besteht die­se Sicher­heit nicht, droht eine Anschluss­fi­nan­zie­rung — mög­li­cher­wei­se zu schlech­te­ren Kon­di­tio­nen.

Händ­ler­fi­nan­zie­run­gen wer­ben oft mit nied­ri­gen Raten oder Son­der­zin­sen. Das kann attrak­tiv sein, beson­ders bei Her­stel­ler­ak­tio­nen. Prü­fen Sie den­noch den gesam­ten Preis: Ein güns­ti­ger Kre­dit ist weni­ger vor­teil­haft, wenn dafür der Bar­zah­ler­ra­batt ent­fällt oder der Fahr­zeug­preis höher aus­fällt. Ver­glei­chen Sie daher immer Kauf­preis, Anzah­lung, alle Raten, Schluss­ra­te und Gesamt­kre­dit­be­trag.

Zusätz­li­che Kos­ten, die Sie nicht mit­fi­nan­zie­ren soll­ten

Eine Rest­schuld­ver­si­che­rung soll Raten bei Arbeits­un­fä­hig­keit, Arbeits­lo­sig­keit oder Todes­fall absi­chern. Sie ist bei vie­len Kre­di­ten optio­nal, kann aber teu­er sein und ent­hält häu­fig Leis­tungs­aus­schlüs­se oder War­te­zei­ten. Lesen Sie die Bedin­gun­gen genau und prü­fen Sie, ob bereits ande­re Absi­che­run­gen bestehen.

Auch optio­na­le Garan­tie­pa­ke­te, Repa­ra­tur­ver­si­che­run­gen oder Zube­hör las­sen sich zwar bequem in die Finan­zie­rung auf­neh­men. Jeder zusätz­lich finan­zier­te Euro ver­ur­sacht jedoch über die Lauf­zeit wei­te­re Zin­sen. Sinn­voll ist es, Kre­dit­kos­ten und Fahr­zeug­ne­ben­kos­ten getrennt zu betrach­ten.

Nicht zum Kre­dit­preis gehö­ren zwar die Zin­sen, aber sehr wohl zu Ihren monat­li­chen Auto­kos­ten: Kfz-Ver­si­che­rung, Kfz-Steu­er, Strom oder Kraft­stoff, Inspek­tio­nen, Rei­fen und mög­li­che Repa­ra­tu­ren. Eine Rate, die auf dem Papier passt, kann im All­tag zu hoch sein, wenn die­se Aus­ga­ben feh­len.

So berech­nen und ver­glei­chen Sie die Gesamt­kos­ten

Geben Sie beim Ver­gleich immer die­sel­be Kre­dit­sum­me und mög­lichst die­sel­be Lauf­zeit ein. Nur dann las­sen sich die Ange­bo­te fair gegen­über­stel­len. Notie­ren Sie sich neben dem effek­ti­ven Jah­res­zins den Gesamt­be­trag, die Monats­ra­te und die Bedin­gun­gen für Son­der­til­gun­gen.

Kos­ten­lo­se Son­der­til­gun­gen sind beson­ders wert­voll, wenn Sie mit Bonus­zah­lun­gen, einer Steu­er­rück­erstat­tung oder dem Ver­kauf Ihres bis­he­ri­gen Autos rech­nen. Sie kön­nen den Kre­dit frü­her redu­zie­ren und dadurch Zin­sen spa­ren. Prü­fen Sie außer­dem, ob eine voll­stän­di­ge vor­zei­ti­ge Ablö­sung mög­lich ist. Ban­ken dür­fen dafür unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen eine Vor­fäl­lig­keits­ent­schä­di­gung ver­lan­gen, die gesetz­lich begrenzt ist.

Ach­ten Sie bei der Rate auf einen aus­rei­chend gro­ßen Puf­fer. Eine knap­pe Kal­ku­la­ti­on ver­lei­tet dazu, die Lauf­zeit zu ver­län­gern oder spä­ter eine teu­re Umschul­dung auf­zu­neh­men. Bes­ser ist eine Rate, die auch bei uner­war­te­ten Aus­ga­ben noch zuver­läs­sig zahl­bar bleibt.

Wann lohnt sich ein güns­ti­ge­rer Auto­kre­dit beson­ders?

Ein Zins­ver­gleich lohnt sich fast immer, aber beson­ders bei hohen Kre­dit­sum­men und län­ge­ren Lauf­zei­ten. Schon klei­ne Zins­un­ter­schie­de wir­ken sich dann über vie­le Mona­te aus. Wer etwa 25.000 Euro über fünf oder sechs Jah­re finan­ziert, kann durch bes­se­re Kon­di­tio­nen einen spür­ba­ren Betrag spa­ren.

Ver­glei­chen Sie nicht nur vor dem Auto­kauf. Auch bei einer bestehen­den, teu­ren Finan­zie­rung kann sich eine Umschul­dung rech­nen. Dabei muss die Zins­er­spar­nis aller­dings höher sein als mög­li­che Kos­ten für die vor­zei­ti­ge Ablö­sung des alten Kre­dits.

Bevor Sie unter­schrei­ben, berech­nen Sie den Gesamt­be­trag für min­des­tens zwei oder drei ver­gleich­ba­re Ange­bo­te. Wäh­len Sie nicht die nied­rigs­te Rate, son­dern die Finan­zie­rung, die zu Ihrem Bud­get passt und über die gesam­te Lauf­zeit nach­voll­zieh­bar güns­tig bleibt.