KfW Finanzierung Beispiel richtig durchrechnen

KfW Finan­zie­rung Bei­spiel rich­tig durch­rech­nen

Eine Immo­bi­lie für 420.000 Euro klingt zunächst nach einer ein­fa­chen Rech­nung. In der Pra­xis ent­schei­den aber Kauf­ne­ben­kos­ten, Eigen­ka­pi­tal, Zins­bin­dung und För­der­vor­aus­set­zun­gen dar­über, ob die Rate dau­er­haft passt. Die­ses KfW Finan­zie­rung Bei­spiel zeigt mit kon­kre­ten Zah­len, wie sich ein För­der­dar­le­hen in eine Bau­fi­nan­zie­rung ein­fügt — und wel­che Anga­ben Sie vor dem Ver­gleich berech­nen soll­ten.

KfW Finan­zie­rung Bei­spiel für einen Immo­bi­li­en­kauf

Ange­nom­men, Sie kau­fen oder bau­en eine selbst genutz­te Immo­bi­lie. Der Kauf­preis bezie­hungs­wei­se die Bau­kos­ten lie­gen bei 420.000 Euro. Zusätz­lich fal­len 45.000 Euro für Grund­er­werb­steu­er, Notar, Grund­buch und gege­be­nen­falls Mak­ler an. Der gesam­te Kapi­tal­be­darf beträgt damit 465.000 Euro.

Sie brin­gen 85.000 Euro Eigen­ka­pi­tal ein. Für die Finan­zie­rung blei­ben 380.000 Euro offen. Davon sol­len 100.000 Euro über ein pas­sen­des KfW-För­der­dar­le­hen lau­fen und 280.000 Euro über ein klas­si­sches Annui­tä­ten­dar­le­hen Ihrer Bank.

| Posi­ti­on | Betrag | |—|—:| | Kauf­preis oder Bau­kos­ten | 420.000 Euro | | Kauf­ne­ben­kos­ten | 45.000 Euro | | Gesamt­kos­ten | 465.000 Euro | | Eigen­ka­pi­tal | ‑85.000 Euro | | KfW-Dar­le­hen | 100.000 Euro | | Bank­dar­le­hen | 280.000 Euro | | Finan­zie­rungs­be­darf gesamt | 380.000 Euro |

Das Eigen­ka­pi­tal deckt in die­sem Bei­spiel die Kauf­ne­ben­kos­ten und einen Teil des Objekt­prei­ses. Das ist für vie­le Ban­ken ein posi­ti­ves Signal: Je gerin­ger der Anteil des Dar­le­hens im Ver­hält­nis zum Immo­bi­li­en­wert, des­to bes­ser kön­nen die Kon­di­tio­nen aus­fal­len. Eine hohe Eigen­ka­pi­tal­quo­te ist aber nicht auto­ma­tisch sinn­voll, wenn dadurch die finan­zi­el­le Reser­ve für Umzug, Ein­rich­tung oder uner­war­te­te Repa­ra­tu­ren fehlt.

So ent­steht die monat­li­che Rate

Für eine über­sicht­li­che Mus­ter­rech­nung neh­men wir beim KfW-Dar­le­hen einen Soll­zins von 2,5 Pro­zent und eine anfäng­li­che Til­gung von 2,0 Pro­zent an. Dar­aus ergibt sich zunächst eine jähr­li­che Belas­tung von 4,5 Pro­zent des Dar­le­hens­be­trags. Bei 100.000 Euro sind das 4.500 Euro im Jahr oder rund 375 Euro monat­lich.

Für das Bank­dar­le­hen wer­den 3,6 Pro­zent Soll­zins und eben­falls 2,0 Pro­zent anfäng­li­che Til­gung ange­setzt. Die jähr­li­che Belas­tung beträgt damit 5,6 Pro­zent von 280.000 Euro. Das sind 15.680 Euro pro Jahr bezie­hungs­wei­se rund 1.307 Euro monat­lich.

Die monat­li­che Kre­dit­ra­te liegt in die­sem Bei­spiel bei etwa 1.682 Euro. Hin­zu kom­men lau­fen­de Wohn­kos­ten wie Haus­geld oder Instand­hal­tungs­rück­la­ge, Gebäu­de­ver­si­che­rung, Grund­steu­er und Ener­gie­kos­ten. Wer aus­schließ­lich auf die Kre­dit­ra­te schaut, rech­net die Belas­tung zu knapp.

Die Wer­te sind bewusst ver­ein­facht. Der tat­säch­li­che Zins­satz hängt unter ande­rem vom För­der­pro­gramm, der Lauf­zeit, der Zins­bin­dung, dem Belei­hungs­aus­lauf, der Boni­tät und dem Zeit­punkt der Antrag­stel­lung ab. Auch die til­gungs­freie Anlauf­zeit, mög­li­che Son­der­til­gun­gen und Gebüh­ren kön­nen die Rech­nung ver­än­dern.

Was das För­der­dar­le­hen im Bei­spiel ver­än­dert

Ein KfW-Dar­le­hen ist kein zusätz­li­cher Geld­topf ohne Bedin­gun­gen. Es ersetzt einen Teil des nor­ma­len Bank­dar­le­hens. Der Vor­teil kann ein güns­ti­ge­rer Zins­satz, eine län­ge­re Lauf­zeit oder eine til­gungs­freie Anlauf­zeit sein. Ob die För­de­rung die Finan­zie­rung tat­säch­lich güns­ti­ger macht, zeigt erst der Ver­gleich der gesam­ten Rate, der Rest­schuld und der Kon­di­tio­nen nach Ablauf der Zins­bin­dung.

Im Mus­ter­fall fällt die KfW-Rate mit 375 Euro nied­ri­ger aus als die Rate für einen gleich hohen Teil des Bank­dar­le­hens wäre. Das kann die monat­li­che Belas­tung spür­bar sen­ken. Gleich­zei­tig bedeu­tet eine nied­ri­ge Anfangs­til­gung, dass die Rest­schuld lang­sa­mer sinkt. Nach zehn Jah­ren läge die ver­blei­ben­de Dar­le­hens­schuld in die­ser ver­ein­fach­ten Rech­nung noch bei rund 262.000 Euro — etwa 78.000 Euro beim KfW-Dar­le­hen und rund 184.000 Euro beim Bank­dar­le­hen.

Das ist der zen­tra­le Ziel­kon­flikt: Eine nied­ri­ge­re Monats­ra­te schafft Spiel­raum im All­tag, erhöht aber meist die Rest­schuld und damit den Anschluss­fi­nan­zie­rungs­be­darf. Wer ein höhe­res Ein­kom­men, siche­re Reser­ven und das Ziel einer schnel­len Ent­schul­dung hat, kann eine höhe­re Til­gung wäh­len. Wer gera­de baut, Nach­wuchs erwar­tet oder nur begrenzt Spiel­raum im Haus­halts­bud­get hat, ent­schei­det sich mög­li­cher­wei­se bewusst für eine mode­ra­te­re Anfangs­ra­te.

För­der­vor­aus­set­zun­gen vor dem Rech­nen prü­fen

Die KfW ver­gibt För­der­kre­di­te in der Regel nicht direkt an Pri­vat­per­so­nen. Der Antrag läuft übli­cher­wei­se über eine durch­lei­ten­de Bank oder einen Finan­zie­rungs­part­ner. Ent­schei­dend ist: Der Antrag muss häu­fig vor dem Kauf­ver­trags­ab­schluss, dem Bau­vor­ha­ben oder dem Beginn einer för­der­re­le­van­ten Maß­nah­me gestellt wer­den. Wer erst unter­schreibt und anschlie­ßend nach För­de­rung sucht, kann den Anspruch ver­lie­ren.

Wel­che För­de­rung mög­lich ist, hängt vom Vor­ha­ben ab. Bei selbst genutz­tem Wohn­ei­gen­tum kön­nen bei­spiels­wei­se Objekt­art, Haus­halts­grö­ße, Ein­kom­men, ener­ge­ti­scher Stan­dard oder der Zeit­punkt der Maß­nah­me rele­vant sein. Für ener­gie­ef­fi­zi­en­tes Bau­en oder Sanie­ren gel­ten häu­fig tech­ni­sche Min­dest­an­for­de­run­gen. Bei ein­zel­nen Pro­gram­men sind auch Höchst­be­trä­ge und Kom­bi­na­tio­nen mit ande­ren För­der­mit­teln begrenzt.

Prü­fen Sie des­halb vor der Ange­bots­an­fra­ge die­se vier Punk­te:

  • Passt Ihr Vor­ha­ben exakt zum För­der­zweck des aktu­el­len Pro­gramms?
  • Sind Ein­kom­mens­gren­zen, tech­ni­sche Anfor­de­run­gen oder Nach­wei­se ein­zu­hal­ten?
  • Ist der För­der­an­trag recht­zei­tig gestellt, bevor Sie ver­bind­li­che Schrit­te gehen?
  • Darf das Dar­le­hen mit Ihrer geplan­ten Bank­fi­nan­zie­rung und wei­te­ren För­de­run­gen kom­bi­niert wer­den?

Die Pro­gram­me und Kon­di­tio­nen kön­nen sich ändern. Ver­las­sen Sie sich daher nicht auf älte­re Bei­spiel­rech­nun­gen oder Aus­sa­gen aus dem Bekann­ten­kreis. Maß­geb­lich sind immer die aktu­ell gel­ten­den Vor­ga­ben und das kon­kre­te Ange­bot Ihrer finan­zie­ren­den Bank.

So berech­nen Sie Ihre Finan­zie­rung rea­lis­tisch

Für einen belast­ba­ren Ver­gleich reicht es nicht, nur den Kauf­preis ein­zu­ge­ben. Erfas­sen Sie zunächst den voll­stän­di­gen Kapi­tal­be­darf: Objekt­preis oder Bau­kos­ten, Kauf­ne­ben­kos­ten, Moder­ni­sie­rung, Außen­an­la­gen, Küche, Umzug und einen Sicher­heits­be­trag. Gera­de beim Neu­bau wer­den Kos­ten für Erd­ar­bei­ten, Haus­an­schlüs­se oder Son­der­wün­sche oft unter­schätzt.

Danach zie­hen Sie nur das Eigen­ka­pi­tal ab, das Sie wirk­lich ein­set­zen möch­ten. Ein Puf­fer von meh­re­ren Monats­aus­ga­ben soll­te ver­füg­bar blei­ben. Wer jede Rück­la­ge in die Immo­bi­lie steckt, muss bei einer defek­ten Hei­zung oder Ein­kom­mens­lü­cke schnell einen teu­ren Raten­kre­dit auf­neh­men.

Im nächs­ten Schritt tei­len Sie den Finan­zie­rungs­be­darf auf. Geben Sie das mög­li­che KfW-Dar­le­hen sepa­rat ein und berech­nen Sie für den Rest­be­trag Bank­an­ge­bo­te mit glei­cher Zins­bin­dung und ver­gleich­ba­rer Til­gung. So erken­nen Sie, ob der För­der­an­teil die Gesamt­kon­di­ti­on ver­bes­sert oder ob eine ande­re Dar­le­hens­struk­tur bes­ser zu Ihrem Bud­get passt.

Ach­ten Sie dabei auf den effek­ti­ven Jah­res­zins, nicht nur auf den bewor­be­nen Soll­zins. Prü­fen Sie außer­dem, ob Son­der­til­gun­gen mög­lich sind, wie lan­ge der Zins­satz fest­ge­schrie­ben wird und wel­che Rest­schuld zum Ende der Zins­bin­dung vor­aus­sicht­lich bleibt. Eine güns­ti­ge Ein­stiegs­ra­te ist wenig wert, wenn die Anschluss­fi­nan­zie­rung spä­ter zu einer schwer plan­ba­ren Belas­tung wird.

Typi­sche Feh­ler beim KfW-Finan­zie­rung Bei­spiel

Ein häu­fi­ger Feh­ler ist, die Kauf­ne­ben­kos­ten voll­stän­dig mit­zu­fi­nan­zie­ren und gleich­zei­tig kein Geld für Rück­la­gen ein­zu­pla­nen. Ban­ken bewer­ten eine Finan­zie­rung güns­ti­ger, wenn ein Teil der Neben­kos­ten aus Eigen­mit­teln bezahlt wird. Das ist kei­ne star­re Regel, aber ein wich­ti­ger Hebel für den Belei­hungs­aus­lauf und damit für den Zins.

Eben­so pro­ble­ma­tisch ist eine zu gerin­ge Til­gung. Zwei Pro­zent sind bei vie­len Finan­zie­run­gen ein Aus­gangs­punkt, aber kei­ne pau­schal pas­sen­de Lösung. Stei­gen die Zin­sen bis zur Anschluss­fi­nan­zie­rung, kann eine hohe Rest­schuld die Rate deut­lich erhö­hen. Rech­nen Sie daher min­des­tens ein Sze­na­rio mit höhe­rer Til­gung und eines mit einem höhe­ren Anschluss­zins durch.

Auch eine ver­meint­lich güns­ti­ge För­de­rung soll­te nicht iso­liert bewer­tet wer­den. Man­che Dar­le­hen haben fes­te Lauf­zei­ten, ein­ge­schränk­te Son­der­til­gungs­mög­lich­kei­ten oder til­gungs­freie Jah­re. Das kann sinn­voll sein, wenn Sie in der Anfangs­pha­se Liqui­di­tät brau­chen. Wenn Sie schnell ent­schul­den möch­ten, kann ein fle­xi­ble­res Bank­dar­le­hen trotz etwas höhe­rem Zins bes­ser pas­sen.

Ange­bo­te mit iden­ti­schen Daten ver­glei­chen

Ver­glei­chen Sie Ban­ken nicht mit wech­seln­den Ein­ga­ben. Nut­zen Sie für jede Anfra­ge den­sel­ben Kauf­preis, Eigen­ka­pi­tal­ein­satz, För­der­be­trag, Til­gungs­satz und Zins­bin­dung. Nur dann sehen Sie, wel­ches Ange­bot bei Rate, Gesamt­kos­ten und Rest­schuld wirk­lich vorn liegt.

Ein Bau­fi­nan­zie­rungs­ver­gleich hilft, pas­sen­de Anbie­ter schnell ein­zu­gren­zen. Die end­gül­ti­ge Zusa­ge hängt den­noch von Ihrer per­sön­li­chen Boni­tät, den Objekt­un­ter­la­gen und den jewei­li­gen För­der­be­din­gun­gen ab. Berei­ten Sie Ein­kom­mens­nach­wei­se, Eigen­ka­pi­tal­nach­wei­se, Expo­sé, Grund­ris­se und bei Neu­bau eine belast­ba­re Kos­ten­auf­stel­lung früh­zei­tig vor.

Rech­nen Sie Ihr KfW Finan­zie­rung Bei­spiel nicht auf Kan­te. Eine Rate, die auch bei höhe­ren Wohn­ne­ben­kos­ten, Repa­ra­tu­ren oder einer vor­über­ge­hend gerin­ge­ren Ein­nah­me noch trag­bar bleibt, schafft mehr Sicher­heit als die maxi­ma­le Kre­dit­sum­me, die eine Bank gera­de noch geneh­migt.