Wie lange dauert die Kreditprüfung bei Banken?

Wie lan­ge dau­ert die Kre­dit­prü­fung bei Ban­ken?

Wer einen Kauf finan­zie­ren, bestehen­de Kre­di­te ablö­sen oder kurz­fris­tig Liqui­di­tät schaf­fen möch­te, war­tet ungern auf eine Rück­mel­dung der Bank. Die Kre­dit­prü­fung Dau­er reicht je nach Antrag von weni­gen Minu­ten bis zu meh­re­ren Werk­ta­gen. Ent­schei­dend sind nicht nur der Kre­dit­be­trag, son­dern vor allem die gewähl­te Bank, die Voll­stän­dig­keit Ihrer Anga­ben und Ihre indi­vi­du­el­le finan­zi­el­le Situa­ti­on.

Bei vie­len digi­ta­len Raten­kre­di­ten erhal­ten Sie nach der Online-Anfra­ge zunächst eine vor­läu­fi­ge Ein­schät­zung. Die­se ist hilf­reich für die Ori­en­tie­rung, aber noch kei­ne ver­bind­li­che Aus­zah­lung. Erst wenn die Bank Iden­ti­tät, Ein­kom­men, Boni­tät und Unter­la­gen geprüft hat, folgt die end­gül­ti­ge Kre­dit­ent­schei­dung.

Wie lan­ge dau­ert eine Kre­dit­prü­fung kon­kret?

Für einen ein­fa­chen Raten­kre­dit mit voll­stän­di­gen digi­ta­len Unter­la­gen ist eine Kre­dit­ent­schei­dung häu­fig inner­halb von 24 bis 48 Stun­den mög­lich. Man­che Anbie­ter zei­gen direkt nach dem Aus­fül­len des Antrags eine vor­läu­fi­ge Zusa­ge an. Erfolgt die Iden­ti­fi­ka­ti­on per Video-Ident und wer­den Kon­to­aus­zü­ge digi­tal abge­ru­fen, kann die Aus­zah­lung nach der fina­len Frei­ga­be bereits am sel­ben oder nächs­ten Bank­ar­beits­tag erfol­gen.

In der Pra­xis soll­ten Sie den­noch mit zwei bis fünf Werk­ta­gen rech­nen. Das gilt beson­ders, wenn Unter­la­gen manu­ell geprüft wer­den, Rück­fra­gen ent­ste­hen oder ein Wochen­en­de bezie­hungs­wei­se Fei­er­tag dazwi­schen­liegt. Bei Anträ­gen in einer Filia­le, bei kom­ple­xe­ren Ein­kom­mens­ver­hält­nis­sen oder bei höhe­ren Sum­men kann die Bear­bei­tung län­ger dau­ern.

Eine Bau­fi­nan­zie­rung folgt einem ande­ren Ablauf als ein klas­si­scher Kon­su­men­ten­kre­dit. Ban­ken prü­fen zusätz­lich den Wert der Immo­bi­lie, Eigen­ka­pi­tal, Kauf­ver­trags­ent­wurf und wei­te­re Objekt­un­ter­la­gen. Hier ver­ge­hen bis zur ver­bind­li­chen Finan­zie­rungs­zu­sa­ge oft ein bis drei Wochen, manch­mal mehr.

Was prüft die Bank vor der Kre­dit­zu­sa­ge?

Die Bank möch­te ein­schät­zen, ob Sie die monat­li­che Rate dau­er­haft tra­gen kön­nen und ob der Kre­dit vor­aus­sicht­lich zurück­ge­zahlt wird. Dafür ver­gleicht sie Ihre Anga­ben mit den ein­ge­reich­ten Nach­wei­sen und zieht Boni­täts­da­ten her­an. Eine schnel­le Ent­schei­dung ist daher vor allem dann rea­lis­tisch, wenn der Antrag plau­si­bel und lücken­los ist.

Geprüft wer­den übli­cher­wei­se Ihr regel­mä­ßi­ges Ein­kom­men, bestehen­de finan­zi­el­le Ver­pflich­tun­gen, Haus­halts­aus­ga­ben sowie Ihr Arbeits­ver­hält­nis. Ange­stell­te rei­chen meist aktu­el­le Gehalts­ab­rech­nun­gen und Kon­to­aus­zü­ge ein. Selbst­stän­di­ge müs­sen häu­fig mehr Nach­wei­se vor­le­gen, etwa Steu­er­be­schei­de, betriebs­wirt­schaft­li­che Aus­wer­tun­gen oder Ein­nah­men­über­schuss­rech­nun­gen. Dadurch ver­län­gert sich die Bear­bei­tungs­zeit oft.

Hin­zu kommt die Boni­täts­prü­fung, in Deutsch­land häu­fig über Aus­kunftei­en wie die SCHUFA. Die Bank berück­sich­tigt dabei nicht nur einen ein­zel­nen Wert. Rele­vant kön­nen auch lau­fen­de Kre­di­te, Kre­dit­kar­ten, Raten­käu­fe, Zah­lungs­er­fah­run­gen und die Höhe der ange­frag­ten Finan­zie­rung sein. Nega­ti­ve oder unkla­re Merk­ma­le füh­ren nicht auto­ma­tisch zu einer Ableh­nung, kön­nen aber Rück­fra­gen, stren­ge­re Kon­di­tio­nen oder eine län­ge­re Bear­bei­tung aus­lö­sen.

Bei der Prü­fung wer­den außer­dem Iden­ti­tät und Kon­to­da­ten veri­fi­ziert. Je nach Anbie­ter geschieht das per Video-Ident, Post-Ident oder über das Online­ban­king. Das Video-Ident ist meist die schnells­te Vari­an­te, sofern die tech­ni­sche Ver­bin­dung funk­tio­niert und Ihr Aus­weis­do­ku­ment gül­tig ist.

Kre­dit­prü­fung Dau­er: Die­se Fak­to­ren brem­sen den Antrag

Ein häu­fi­ger Grund für Ver­zö­ge­run­gen sind feh­len­de oder schwer les­ba­re Unter­la­gen. Eine abge­schnit­te­ne Gehalts­ab­rech­nung, ein nicht nach­voll­zieh­ba­rer Geld­ein­gang oder abwei­chen­de Adress­da­ten rei­chen aus, damit die Bank nach­fragt. Sol­che Rück­fra­gen sind kein Zei­chen für eine Ableh­nung. Sie unter­bre­chen den auto­ma­ti­sier­ten Ablauf aber oft um ein bis zwei Tage.

Auch die Art des Ein­kom­mens spielt eine Rol­le. Wer unbe­fris­tet ange­stellt ist und sein Gehalt regel­mä­ßig auf dem ange­ge­be­nen Kon­to erhält, lässt sich in vie­len Fäl­len schnel­ler prü­fen. Bei Pro­be­zeit, Befris­tung, Mini­job, schwan­ken­den Pro­vi­sio­nen, Eltern­zeit oder selbst­stän­di­ger Tätig­keit schaut die Bank genau­er hin. Das kann sinn­voll sein, weil die Rate zu Ihrer tat­säch­li­chen Zah­lungs­fä­hig­keit pas­sen soll.

Wei­te­re Ver­zö­ge­run­gen ent­ste­hen, wenn Sie gleich­zei­tig meh­re­re ver­bind­li­che Kre­dit­an­trä­ge bei ver­schie­de­nen Ban­ken stel­len. Für einen ers­ten Markt­über­blick ist ein Kre­dit­ver­gleich mit einer mög­lichst SCHUFA-neu­tra­len Kon­di­ti­ons­an­fra­ge oft der bes­se­re Weg. Erst wenn Sie pas­sen­de Ange­bo­te ver­glei­chen konn­ten, stel­len Sie den ver­bind­li­chen Antrag bei dem Anbie­ter, der bei Rate, Lauf­zeit und Gesamt­kos­ten über­zeugt.

Nicht zuletzt ent­schei­det der Zeit­punkt. Anträ­ge, die am Frei­tag­abend ein­ge­reicht wer­den, wer­den häu­fig erst ab Mon­tag bear­bei­tet. Bei manu­el­len Prü­fun­gen kann auch ein hoher Andrang die Dau­er ver­län­gern. Ver­las­sen Sie sich daher bei einer drin­gend benö­tig­ten Zah­lung nicht allein auf eine Wer­be­aus­sa­ge wie „Sofort­kre­dit“.

So beschleu­ni­gen Sie Ihren Kre­dit­an­trag

Sie kön­nen die Bear­bei­tung nicht voll­stän­dig steu­ern, aber gute Vor­be­rei­tung spart oft spür­bar Zeit. Prü­fen Sie vor dem Absen­den alle Anga­ben zu Adres­se, Arbeit­ge­ber, Ein­kom­men und monat­li­chen Aus­ga­ben. Die­se Daten müs­sen zu Ihren Nach­wei­sen pas­sen. Schät­zen Sie Aus­ga­ben nicht zu nied­rig und Ein­kom­men nicht zu hoch ein — Unstim­mig­kei­ten fal­len bei der Prü­fung auf und ver­zö­gern den Pro­zess.

Hal­ten Sie Ihren gül­ti­gen Per­so­nal­aus­weis oder Rei­se­pass bereit. Bei Rei­se­päs­sen wird teil­wei­se zusätz­lich eine Mel­de­be­schei­ni­gung ver­langt. Legen Sie außer­dem die letz­ten Gehalts­ab­rech­nun­gen und Kon­to­aus­zü­ge als gut les­ba­re Datei­en ab. Wenn die Bank einen digi­ta­len Kon­to­b­lick anbie­tet und Sie damit ein­ver­stan­den sind, kann das ein­zel­ne Nach­wei­se erset­zen oder die Prü­fung beschleu­ni­gen.

Wäh­len Sie die Kre­dit­sum­me rea­lis­tisch. Eine höhe­re Sum­me bedeu­tet nicht auto­ma­tisch eine Absa­ge, erhöht aber die Anfor­de­run­gen an Ein­kom­men und Haus­halts­über­schuss. Wer sei­nen Bedarf prä­zi­se berech­net und eine pas­sen­de Lauf­zeit wählt, erhält oft nach­voll­zieh­ba­re­re Ange­bo­te. Eine sehr kur­ze Lauf­zeit senkt zwar die gesam­ten Zins­kos­ten, kann durch die hohe Monats­ra­te aber die Kre­dit­wür­dig­keit belas­ten. Eine län­ge­re Lauf­zeit redu­ziert die Rate, macht den Kre­dit ins­ge­samt jedoch meist teu­rer.

Falls eine zwei­te Per­son den Kre­dit mit bean­tragt, kann dies die Finan­zier­bar­keit ver­bes­sern, wenn bei­de Ein­kom­men sta­bil sind. Gleich­zei­tig müs­sen dann bei­de Per­so­nen iden­ti­fi­ziert wer­den und Unter­la­gen ein­rei­chen. Das kann den Ablauf ver­ein­fa­chen oder ver­län­gern — je nach­dem, wie voll­stän­dig die Nach­wei­se vor­lie­gen.

Vor­läu­fi­ge Zusa­ge, Kre­dit­ver­trag und Aus­zah­lung unter­schei­den

Vie­le Miss­ver­ständ­nis­se ent­ste­hen, weil meh­re­re Schrit­te als „Zusa­ge“ wahr­ge­nom­men wer­den. Eine Anzei­ge nach der Online-Anfra­ge bedeu­tet meist: Nach den bis­her ein­ge­ge­be­nen Daten erscheint der Kre­dit grund­sätz­lich mög­lich. Die Bank hat zu die­sem Zeit­punkt aber noch nicht alle Unter­la­gen und Prü­fun­gen abge­schlos­sen.

Die ver­bind­li­che Zusa­ge kommt nach der voll­stän­di­gen Kre­dit­prü­fung und häu­fig zusam­men mit dem Kre­dit­ver­trag. Lesen Sie den Ver­trag vor der Unter­schrift auf­merk­sam: Prü­fen Sie Net­to­dar­le­hens­be­trag, Soll­zins, effek­ti­ven Jah­res­zins, Lauf­zeit, Monats­ra­te und Gesamt­be­trag. Ach­ten Sie auch auf optio­na­le Zusatz­pro­duk­te wie eine Rest­schuld­ver­si­che­rung. Sie ist nicht auto­ma­tisch erfor­der­lich und kann die Finan­zie­rung deut­lich ver­teu­ern.

Nach Ver­trags­ab­schluss und fina­ler Frei­ga­be ver­an­lasst die Bank die Aus­zah­lung. Bei einem digi­ta­len Raten­kre­dit lan­det das Geld oft inner­halb eines Bank­ar­beits­tags auf Ihrem Kon­to. Bei zweck­ge­bun­de­nen Kre­di­ten, etwa einer Auto­fi­nan­zie­rung, kann die Aus­zah­lung an den Händ­ler oder an bestimm­te Nach­wei­se gekop­pelt sein.

Wann soll­ten Sie bei der Bank nach­fra­gen?

Wenn Sie alle gefor­der­ten Unter­la­gen ein­ge­reicht haben und nach drei bis fünf Werk­ta­gen kei­ne Nach­richt erhal­ten, lohnt sich eine kur­ze Nach­fra­ge beim Anbie­ter. Fra­gen Sie kon­kret, ob noch Doku­men­te feh­len oder die Iden­ti­fi­ka­ti­on erfolg­reich abge­schlos­sen wur­de. Rei­chen Sie Unter­la­gen nur über den vor­ge­se­he­nen siche­ren Weg ein und sen­den Sie nicht unge­fragt mehr­fach die­sel­ben Datei­en.

Bei aku­tem Zeit­druck ist Trans­pa­renz beson­ders wich­tig. Ver­glei­chen Sie nicht nur den bewor­be­nen Zins­satz, son­dern auch die Anga­be zur mög­li­chen Aus­zah­lungs­dau­er und die Anfor­de­run­gen für die Antrag­stel­lung. So wäh­len Sie einen Kre­dit, der nicht nur rech­ne­risch passt, son­dern auch recht­zei­tig ver­füg­bar sein kann.