Leasing oder Autokredit vergleichen - was lohnt sich?

Lea­sing oder Auto­kre­dit ver­glei­chen — was lohnt sich?

Ein Neu­wa­gen für 35.000 Euro kann monat­lich 299 Euro im Lea­sing oder 520 Euro per Kre­dit kos­ten. Allein die­se Monats­ra­te beant­wor­tet aber nicht die Fra­ge, wel­che Vari­an­te güns­ti­ger ist. Wer Lea­sing oder Auto­kre­dit ver­glei­chen möch­te, muss Lauf­zeit, Anzah­lung, Rest­wert, Ver­si­che­run­gen und die geplan­te Hal­te­dau­er gemein­sam betrach­ten. Erst dann wird aus einem schein­bar güns­ti­gen Ange­bot eine belast­ba­re Ent­schei­dung.

Für vie­le Auto­fah­rer ist die wich­tigs­te Fra­ge nicht nur: Was passt heu­te ins Monats­bud­get? Son­dern auch: Möch­te ich das Fahr­zeug spä­ter besit­zen, regel­mä­ßig gegen ein neu­es Modell tau­schen oder mög­lichst fle­xi­bel blei­ben? Lea­sing und Auto­kre­dit erfül­len unter­schied­li­che Zwe­cke. Die pas­sen­de Wahl hängt des­halb von Ihrem Fahr­pro­fil, Ihrer finan­zi­el­len Pla­nung und Ihrem Umgang mit dem Auto ab.

Lea­sing oder Auto­kre­dit ver­glei­chen: Die Unter­schie­de

Beim Auto­kre­dit finan­zie­ren Sie den Kauf­preis des Fahr­zeugs in monat­li­chen Raten. Nach der letz­ten Rate gehört das Auto Ihnen. Sie kön­nen es wei­ter­fah­ren, ver­kau­fen oder als Anzah­lung für das nächs­te Fahr­zeug nut­zen. Üblich sind klas­si­sche Raten­kre­di­te mit gleich­blei­ben­den Monats­ra­ten sowie Drei-Wege-Finan­zie­run­gen mit Schluss­ra­te.

Beim Lea­sing kau­fen Sie das Auto nicht. Sie zah­len für die Nut­zung über eine ver­ein­bar­te Lauf­zeit, meist zwei bis vier Jah­re. Am Ende geben Sie das Fahr­zeug zurück oder über­neh­men es, falls der Ver­trag die­se Opti­on vor­sieht. Häu­fig ist eine monat­li­che Lea­sing­ra­te nied­ri­ger als die Rate eines Kre­dits, weil nicht der vol­le Kauf­preis finan­ziert wird.

Die­ser Unter­schied ist zen­tral: Eine nied­ri­ge Lea­sing­ra­te bedeu­tet nicht auto­ma­tisch nied­ri­ge­re Gesamt­kos­ten. Sie bezah­len beim Lea­sing vor allem den Wert­ver­lust wäh­rend Ihrer Nut­zungs­zeit. Beim Kre­dit bau­en Sie dage­gen Eigen­tum auf, tra­gen aber auch das Risi­ko, dass der spä­te­re Ver­kaufs­preis nied­ri­ger aus­fällt als erwar­tet.

Wann Lea­sing bes­ser pas­sen kann

Lea­sing ist oft sinn­voll für Fah­rer, die ein neu­es oder nahe­zu neu­es Fahr­zeug wol­len und es nach weni­gen Jah­ren wie­der abge­ben möch­ten. Das gilt etwa für Berufs­tä­ti­ge mit plan­ba­ren Fahr­stre­cken, für Nut­zer mit hohem Anspruch an moder­ne Sicher­heits- und Assis­tenz­sys­te­me oder für Haus­hal­te, die ihre monat­li­che Belas­tung nied­rig hal­ten möch­ten.

Beson­ders gut kal­ku­lier­bar ist ein Kilo­me­ter­lea­sing. Hier legen Sie zu Ver­trags­be­ginn fest, wie vie­le Kilo­me­ter Sie jähr­lich fah­ren. Fah­ren Sie deut­lich mehr, kön­nen Nach­zah­lun­gen ent­ste­hen. Bei gerin­ge­rer Fahr­leis­tung gibt es je nach Ver­trag eine Erstat­tung, aller­dings meist begrenzt. Prü­fen Sie des­halb rea­lis­tisch, wie vie­le Kilo­me­ter Sie für Arbeits­weg, Urlau­be und pri­va­te Fahr­ten benö­ti­gen.

Auch der Zustand bei Rück­ga­be spielt eine Rol­le. Nor­ma­le Gebrauchs­spu­ren sind grund­sätz­lich akzep­tiert, Schä­den oder über­mä­ßi­ge Abnut­zung kön­nen jedoch berech­net wer­den. Wer sein Auto pfleg­lich behan­delt und die Rück­ga­be gut doku­men­tiert, redu­ziert das Risi­ko unan­ge­neh­mer Zusatz­kos­ten.

Lea­sing kann außer­dem für Selbst­stän­di­ge und Unter­neh­men inter­es­sant sein, weil Raten unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen steu­er­lich berück­sich­tigt wer­den kön­nen. Für Pri­vat­kun­den bleibt jedoch die per­sön­li­che Gesamt­rech­nung ent­schei­dend. Ein steu­er­li­cher Vor­teil ersetzt kei­ne Prü­fung von Rate, Son­der­zah­lung und Ver­trags­be­din­gun­gen.

Vor­sicht bei der Lea­sing-Son­der­zah­lung

Vie­le Ange­bo­te wir­ken durch eine hohe Son­der­zah­lung beson­ders güns­tig. Die­se Zah­lung senkt die Monats­ra­te, erhöht aber Ihre Belas­tung zu Beginn. Ver­glei­chen Sie daher nie nur die monat­li­che Rate. Rech­nen Sie Son­der­zah­lung, Über­füh­rungs­kos­ten, Zulas­sung, mög­li­che War­tungs­pa­ke­te und alle Raten über die gesam­te Lauf­zeit zusam­men.

Eine hohe Son­der­zah­lung kann zudem zum Nach­teil wer­den, wenn der Ver­trag vor­zei­tig endet oder das Fahr­zeug gestoh­len wird. Prü­fen Sie, wel­che Absi­che­rung im Ver­trag ent­hal­ten ist und ob eine GAP-Deckung erfor­der­lich oder bereits Bestand­teil der Voll­kas­ko­ver­si­che­rung ist.

Wann ein Auto­kre­dit die bes­se­re Wahl ist

Ein Auto­kre­dit eig­net sich häu­fig, wenn Sie ein Fahr­zeug län­ger fah­ren möch­ten. Wer ein Auto sechs, acht oder zehn Jah­re nutzt, ver­teilt den Kauf­preis auf vie­le Jah­re und kann nach der Finan­zie­rung lan­ge ohne Kre­dit­ra­te wei­ter­fah­ren. Gera­de bei zuver­läs­si­gen Model­len kann das finan­zi­ell attrak­tiv sein.

Sie blei­ben zudem frei bei Kilo­me­ter­leis­tung, Umbau­ten und Ver­kauf. Das ist ein Vor­teil für Pend­ler mit hoher Fahr­leis­tung, Fami­li­en mit wech­seln­dem Platz­be­darf oder Käu­fer eines Gebraucht­wa­gens. Auch ein älte­res Fahr­zeug lässt sich in der Regel nicht zu ver­gleich­bar güns­ti­gen Lea­sing­kon­di­tio­nen beschaf­fen wie ein Neu­wa­gen.

Ach­ten Sie beim Kre­dit auf den effek­ti­ven Jah­res­zins, nicht nur auf den Soll­zins. Der effek­ti­ve Jah­res­zins berück­sich­tigt zusätz­li­che Kos­ten und macht Ange­bo­te bes­ser ver­gleich­bar. Eben­so rele­vant sind Lauf­zeit, Monats­ra­te und die Mög­lich­keit von Son­der­til­gun­gen. Eine kür­ze­re Lauf­zeit erhöht die Rate, redu­ziert aber meist die gesam­ten Zins­kos­ten.

Klas­si­scher Kre­dit oder Finan­zie­rung mit Schluss­ra­te?

Bei einem klas­si­schen Raten­kre­dit wird die Kre­dit­sum­me bis zum Ende voll­stän­dig zurück­ge­zahlt. Die Rate ist höher, dafür gibt es kei­ne gro­ße Rest­schuld. Sie wis­sen von Beginn an, wann das Auto Ihnen voll­stän­dig gehört.

Bei einer Drei-Wege-Finan­zie­rung bleibt am Ende eine hohe Schluss­ra­te offen. Dadurch sinkt die monat­li­che Belas­tung. Zum Lauf­zeit­ende kön­nen Sie die Schluss­ra­te bezah­len, wei­ter­fi­nan­zie­ren oder das Auto an den Händ­ler zurück­ge­ben, sofern dies ver­trag­lich ver­ein­bart ist. Das Modell kann fle­xi­bel sein, ver­langt aber Pla­nung. Wer die Schluss­ra­te nicht ange­spart hat und sie finan­zie­ren muss, zahlt oft län­ger und ins­ge­samt mehr Zin­sen.

Die­se Kos­ten gehö­ren in den Ver­gleich

Damit Sie Lea­sing oder Auto­kre­dit fair ver­glei­chen, soll­ten Sie immer den­sel­ben Zeit­raum zugrun­de legen, etwa 36 oder 48 Mona­te. Beim Lea­sing las­sen sich die Kos­ten in die­sem Zeit­raum meist direkt erfas­sen. Beim Kre­dit müs­sen Sie zusätz­lich über­le­gen, wel­chen Rest­wert das Auto nach die­sem Zeit­raum vor­aus­sicht­lich noch hat.

Berück­sich­ti­gen Sie min­des­tens die­se Punk­te:

  • ein­ma­li­ge Kos­ten wie Anzah­lung, Lea­sing-Son­der­zah­lung, Über­füh­rung und Zulas­sung
  • lau­fen­de Kos­ten wie Monats­ra­ten, Zin­sen, Ver­si­che­rung, War­tung und Repa­ra­tu­ren
  • Ver­trags­kos­ten wie Mehr­ki­lo­me­ter, Min­der­wert bei Rück­ga­be oder Gebüh­ren bei vor­zei­ti­ger Ablö­sung
  • den geschätz­ten Fahr­zeug­wert am Ende des Ver­gleichs­zeit­raums

Ein Bei­spiel: Sie finan­zie­ren ein Auto mit 30.000 Euro Kauf­preis über vier Jah­re. Nach 48 Mona­ten haben Sie einen Teil des Kre­dits abbe­zahlt und besit­zen ein Fahr­zeug mit einem bestimm­ten Markt­wert. Beim Lea­sing geben Sie das Auto nach vier Jah­ren zurück und star­ten bei Bedarf einen neu­en Ver­trag. Die Lea­sing­kos­ten sind dann rei­ne Nut­zungs­kos­ten. Beim Kre­dit dür­fen Sie den ver­blie­be­nen Fahr­zeug­wert von Ihren bis­he­ri­gen Zah­lun­gen abzie­hen, um die tat­säch­li­chen Kos­ten bes­ser ein­zu­ord­nen.

Ver­si­che­rung, Kraft­stoff oder Strom, Kfz-Steu­er und Rei­fen fal­len bei bei­den Vari­an­ten an. Sie ent­schei­den die Grund­satz­fra­ge daher meist nicht. Rele­vant wer­den sie, wenn ein Lea­sing­ver­trag bestimm­te Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen oder War­tungs­pa­ke­te vor­schreibt.

Rest­wert­lea­sing und Kilo­me­ter­lea­sing rich­tig ein­ord­nen

Pri­vat­kun­den fin­den häu­fig Kilo­me­ter­lea­sing-Ange­bo­te. Das ist meist trans­pa­ren­ter als Rest­wert­lea­sing, weil der spä­te­re Markt­wert des Autos nicht direkt Ihr Risi­ko ist. Ent­schei­dend sind die ver­ein­bar­te Kilo­me­ter­zahl und der Zustand bei Rück­ga­be.

Beim Rest­wert­lea­sing wird dage­gen ein erwar­te­ter Fahr­zeug­wert zum Ver­trags­en­de fest­ge­legt. Fällt der tat­säch­li­che Wert nied­ri­ger aus, kann eine Nach­zah­lung dro­hen. Das Risi­ko steigt bei Model­len mit schwer vor­her­seh­ba­rer Wert­ent­wick­lung oder bei stark schwan­ken­den Gebraucht­wa­gen­prei­sen. Lesen Sie die Rege­lun­gen zur Abrech­nung genau, bevor Sie unter­schrei­ben.

So tref­fen Sie eine pas­sen­de Ent­schei­dung

Begin­nen Sie nicht beim Händ­ler­an­ge­bot, son­dern bei Ihrem Nut­zungs­ver­hal­ten. Wie vie­le Kilo­me­ter fah­ren Sie wirk­lich? Soll das Auto nach drei Jah­ren ersetzt wer­den oder mög­lichst lan­ge blei­ben? Ist eine hohe Anzah­lung mög­lich, ohne dass Ihr finan­zi­el­ler Puf­fer zu klein wird? Und könn­ten Sie eine Schluss­ra­te aus eige­ner Kraft bezah­len?

Wenn Sie regel­mä­ßig ein neu­es Fahr­zeug fah­ren, plan­ba­re Kilo­me­ter haben und kei­ne Eigen­tums­bin­dung wün­schen, kann Kilo­me­ter­lea­sing gut pas­sen. Wenn Sie lan­ge nut­zen, hohe Fahr­leis­tun­gen erwar­ten oder spä­ter frei ver­kau­fen möch­ten, ist ein Auto­kre­dit oft die kla­re­re Lösung. Für gebrauch­te Fahr­zeu­ge spricht in vie­len Fäl­len eben­falls mehr für einen Kre­dit.

Ver­glei­chen Sie anschlie­ßend meh­re­re Finan­zie­rungs­an­ge­bo­te mit iden­ti­schen Eck­da­ten. Geben Sie Kauf­preis, Anzah­lung, gewünsch­te Lauf­zeit und rea­lis­ti­sche Monats­ra­te ein. Beim Lea­sing prü­fen Sie zusätz­lich Lauf­leis­tung, Son­der­zah­lung und Rück­ga­be­be­din­gun­gen. Beim Kre­dit ver­glei­chen Sie effek­ti­ven Jah­res­zins, Gesamt­be­trag und Son­der­til­gungs­recht.

Die bes­te Auto­fi­nan­zie­rung ist nicht die mit der kleins­ten Rate, son­dern die, deren Gesamt­kos­ten und Ver­trags­ri­si­ken zu Ihrem All­tag pas­sen. Wer vor der Unter­schrift sau­ber rech­net, behält nicht nur die Monats­ra­te im Blick, son­dern auch die Frei­heit danach.